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Titel: Folgen von Gewalterfahrungen
Sonstige Titel: Effects of Traumatic Stress
Autor(en): Herbst, Gesa
Jaeger, Ulrich
Leichsenring, Falk
Streeck-Fischer, Annette
Erscheinungsdatum: 2009
Zusammenfassung: Die langfristigen Folgen interpersoneller Traumatisierungen in der Entwicklung lassen sich durch die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nur unzureichend abbilden. In der vorliegenden Untersuchung wurden 34 traumatisierte Jugendliche, die im Rahmen einer stationären Therapie behandelt wurden, mittels verschiedener Instrumente im Hinblick auf erlebte interpersonelle Traumatisierungen und auf ausgewählte Aspekte potentieller Traumafolgen befragt. Die Mehrheit der Befragten (62 %) gab an, zwei verschiedene traumatische Belastungen in ihrer Kindheit erfahren zu haben. Emotionaler Missbrauch und emotionale Vernachlässigung wurden als häufigste Missbrauchsformen genannt (59 %; 53 %). Die Mehrheit der untersuchten Patienten (71 %) erfüllte die diagnostischen Kriterien für eine PTBS nicht. Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus war dagegen die am häufigsten vergebene Diagnose. Die aktuelle Symptombelastung der untersuchten Patientengruppe lag bezüglich aller Skalen der SCL-90-R über dem klinisch bedeutsamen Grenzwert von 60. Die Hälfte der Jugendlichen wies Suizidversuche und Selbstverletzungen in der Vorgeschichte auf. Jeweils ein Drittel berichtete, vor Beginn der stationären Therapie Drogenmissbrauch oder Gewalt gegen andere Personen ausgeübt zu haben. Auf den Frankfurter Selbstkonzeptskalen erreichten die untersuchten Patienten auf keiner der Skalen einen Wert, der für ein positives Selbstkonzept spricht. Die Ergebnisse der Untersuchung sprechen insgesamt dafür, dass interpersonelle Traumatisierungen in der Entwicklung sich nicht in der PTBS abbilden. Sie unterstützen kritische Stimmen, die auf das Fehlen einer exakten und umfassenden diagnostischen Kategorie hinweisen, die die Folgen komplexer und interpersoneller Traumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen angemessen abbildet. Schlagwörter Interpersonelle Traumatisierungen – Traumafolgen – Posttraumatische Belastungsstörung – Developmental Trauma Disorder – Entwicklungspsychopathologie
The diagnosis PTSD does not adequately describe the impact of exposure to childhood trauma of the developing child. The objective of the study was to examine the prevalence of different interpersonal trauma types and to describe the long-term effects of maltreatment and neglect in a clinical sample of 34 adolescents. The majority (62 %) of the sample was exposed to two different types of trauma during childhood. Emotional abuse and emotional neglect have been the most common trauma types (59 %; 53 %). 71 % of the traumatized adolescents did not meet the criteria for PTSD. The most common diagnosis in the sample was Borderline Personality Disorder. All average scores at SCL-90-Symptom-Scale were clinical significant. Half of the sample reported suicide attempts and self destructive behavior. One third reported substance abuse and aggressive behavior against others respectively. None of the traumatized adolescents had a positive Self-concept. Altogether the results show that abused children and adolescents have a range of psychological sequelae that are not captured in the PTSD diagnostic criteria. Therefore the results support the necessity for a new and more precise diagnosis for chronically traumatized children and adolescents. Keywords interpersonal trauma – long-term effects of traumatic stress – PTSD – Developmental Trauma Disorder (DTD) – Developmental Psychopathology
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3162
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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