Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/319
Titel: Verantwortlichkeits- und Schuldzuschreibungen bei Ost- und Westdeutschen
Autor(en): Janetzko, Elke
Schmitt, Manfred
Erscheinungsdatum: 1992
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"; 066
Zusammenfassung: An einer Stichprobe von 140 Westdeutschen und 147 Ostdeutschen wurde die Hypothese untersucht, ob Ostdeutsche aufgrund der restriktiven gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in der DDR zu geringeren Selbstzuschreibungen von Verantwortlichkeit und Schuld bei Schadensereignissen des öffentlichen Lebens neigen als Westdeutsche. In einem experimentellen Fragebogen wurden vier Schadensszenarien geschildert, zwei aus dem privaten (Auto, Schrebergarten) und zwei aus dem öffentlichen Leben (Trinkwasser, Krankenhaus). Die Probanden sollten in bezug auf den jeweiligen Schaden für vier Agenten (eigene Person, eigene Gruppe, einzelne Funktionsträger, staatliche Einrichtungen) folgende Attributionen vornehmen: Verursachung, Vorhersehbarkeit, Vermeidbarkeit, Verantwortlichkeit und Schuld. Erwartungsgemäß schrieben die Probanden Verantwortlichkeit vor allem jenen Agenten zu, die den Schaden verursacht hatten sowie ihn vorhersehen und vermeiden konnten. Entgegen den Erwartungen unterschieden sich Ost- und Westdeutsche in ihren mittleren Attributionsprofilen nur geringfügig voneinander. Erheblich stärker als Ost-West-Unterschiede waren Effekte der experimentellen Faktoren und deren Interaktion. Schließlich ließen sich Belege zugunsten der defensiven Attributionshypothese finden: Bei hoher eigener Schadensbetroffenheit wurden verstärkt Verursachungs- und Verantwortlichkeitsattributionen auf die eigene Person vorgenommen.
It was investigated whether, due to the restrictive societal conditions they lived in, East Germans tend to attribute less responsibility to themselves and more responsibility to others for public damages than West Germans. An experimental questionnaire, contai-ning two private (car, garden) and two public damage scenarios (water-supply, hospital), was administered to 140 West and 147 East Germans. For each damage, subjects had to rate the amount of causality, foreseeability, control, responsibility, and guilt of four agents: the person himself, the group s/he belonged to, Single functionaries, and governmental institutions. As expected, subjects attributed responsibility to those agents primarily that had caused the damage and could have foreseen as weil as prevented it. Contrary to expectations, East and West Germans differed very little in their mean attribution profiles. Main and interaction effects of the experimental factors were consi-derably larger than differences between East and West Germans. Finally, evidence was found in support of the defensive attribution hypothesis: Subjects attributed more causality and responsibility to themselves in cases they were affected a lot by the damage than in situations where primarily others were affected.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/319
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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