Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3195
Titel: Videogestützte Interaktionsbeobachtung von Familien
Sonstige Titel: Observation of Family Interaction With Video
Autor(en): Steininger, Christine
Erscheinungsdatum: 2010
Zusammenfassung: In dem Beitrag werden im Überblick Möglichkeiten zur Gestaltung, Durchführung und Auswertung einer videogestützten Familienbeobachtung vorgestellt. Schwerpunkt bilden dabei Interaktionsaufgaben zur Stimulierung der familiären Interaktion. Anhand eines Beispieles werden Ansätze zur Auswertung vorgestellt. Es wird auf eigene Forschungsbefunde eingegangen, die sich (1) auf die klinische Differenzierungsfähigkeit von makroanalytischen Beobachtungsskalen, (2) auf die Situationsspezifität des Interaktionsverhaltens im Vergleich einer strukturierten Spielsituation und eines gering strukturierten Planungsgespräches und (3) auf den Zusammenhang zwischen der gesamtfamiliären Ebene, der Eltern-Dyade und dem individuellen Beitrag zur Interaktion der Familienmitglieder beziehen. Untersucht wurden 82 Familien mit Kindern im Alter von 4 bis 15 Jahren, davon 61 Kinder mit einer psychischen Störung (31 mit einer emotionalen Störung und 30 mit einer Verhaltensstörung) und 21 gesunden Kindern (Kontrollgruppe). Die videografierten Interaktionsaufgaben „Spiel“ und „Planungsgespräch“ mit der ganzen Familie wurden von je zwei geschulten, „blinden“ Beobachtern mit den Beavers Interaktionsskalen und den Münchner Beobachtungsskalen zur Eltern-Kind-Interaktion im Familienkontext beurteilt. Es lassen sich sowohl Interaktionsmerkmale identifizieren, die bei allen Kindern über beide Situationen hinweg gleich bleiben, als auch solche, die sich in Abhängigkeit von der Situation verändern. Individuelle Verhaltensmuster von Kindern mit emotionalen und verhaltensbezogenen Problemen hängen von dem Strukturierungsgrad und dem Anforderungscharakter der Situation ab. Verschiedene Ebenen familiärer Funktionsfähigkeit (Individuen, Dyaden, Familie) sind aufeinander bezogen. Die Stärken in der Verwendung von Familienaufgaben in der videogestützten Familiendiagnostik konnten herausgestellt werden. Die Ergebnisse sollten in der Kindertherapie, Familienberatung und -therapie Berücksichtung finden. Schlagwörter Familieninteraktionsforschung – Interaktionsaufgaben – Beobachtungsverfahren
This article presents an overview on how to structure, carry out and evaluate observed family interaction with video. The emphasis lays on tasks used to stimulate family interaction. The examples cited illustrate different approaches to evaluation. Results of our latest research are presented which refer to (1) the clinical differentiation possibilities of macroanalytic observational scales, (2) the situational specificity of interactive behaviour in a comparison between a structured game situation and a minimally-structured planning discussion, and (3) the relation between various levels of family organisation (individuals, dyads of parent, parent-child-relationship, and family system). Families of 31 children with internalizing disorders and 30 children with externalizing disorders (age: 4-15 years) were included in the study and compared to a healthy control group (21 Children). Family interactions showing the family either as a group playing or planning something together were videotaped and rated independently in each case by two trained and “blind” observers using the Munich Interactional Scales and the Beavers Interactional Scales approaches. Characteristics of the interaction could be identified which were consistent/stable for all children in both situations, or which changed depending on the situation. Individual patterns of behaviour of children with emotional or behavioural problems depend on the level of structure and demands in the situation. Different levels of family organisation (individuals, dyads of parent, parent-child-relationship and family system) are related. The advantages of using videotapes of family interactions in family assessment could be demonstrated. These findings should be taken into account in child treatment, family counselling and therapy. Keywords family interaction research – observational methods – family tasks
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3195
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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