Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/321
Titel: Vorhersage der Befriedigung wahrgenommener Bedürfnisse eigener Eltern: Ergebnisse einer Pilotstudie.
Autor(en): Kreuzer, Chrsitian
Montada, Leo
Erscheinungsdatum: 1983
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"; 022
Zusammenfassung: Nachdem sich allseits die Erkenntnis ausgebreitet hat, der moderne Wohlfahrtsstaat stoße an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit bzw. habe diese bereits überschritten, richten Sozialpolitiker ihr Augenmerk verstärkt auf traditionelle Unterstützungsstrukturen wie Nachbarschaftshilfe oder familiäre Hilfe. Diesbezüglich wurde die Versorgung alter Menschen in jüngerer Zeit mehrfach in sozialpolitischen Debatten angesprochen. Soll oder muß die Versorgung alter Menschen verstärkt durch Einrichtungen der Altenpflege gewährleistet werden oder sind familiäre Netzwerke ausreichend? Die Familiensoziologie hat einen enormen Materialfundus zur Thematik der Veränderung der Familienstruktur (z.B. PARSONS 1942, ROSENMAYR 196 8, SHANAS 196 2, SUSSMAN 1965, WILLIAMS 1970) sowie spezifisch zum Wandel der Hilfeleistungsformen zwischen den Generationen in einer Familie (z.B. ROSENMAYR & KÖCKEIS 1965, ROSOW 1967, SCHMELZER & TEBERT 1969, SHANAS & SUSSMAN 1977) erarbeitet. Dabei wurden einmal die Auswirkungen des veränderten Altersaufbaus der Bevölkerung, der veränderten Sterblichkeits- und Fertilitäts-raten sowie verlängerter Ausbildungszeiten und verbesserter wirtschaftlicher Sicherheit der älteren Generation thematisiert, zum anderen wurden einige verbreitete Meinungen über Eltern-Kind-Beziehungen als Mythen erkannt: Tatsächlich scheinen auch heute für den größten Teil der Bevölkerung die familiären Beziehungen und die Familie als soziales Stützsystem während des ganzen Lebens eine herausgehobene Bedeutung zu haben. Eine eingehende und umfassende psychologische Analyse dieser Thematik steht noch aus. Ein Beitrag der Psychologie kann in der Beschreibung und Analyse der erlebten Verantwortung für alte Menschen gesehen werden. Unter welchen Umständen und in welcher Hinsicht sind welche Menschen bereit, ihre alternden Eltern zu unterstützen? Mehrere aufeinander bezogene Fragen sind zu beantworten, so zum Beispiel die folgenden: Welche Bedürfnisse nach Hilfe und Unterstützung haben alternde Menschen bzw. werden von ihren Kindern erkannt? Welche Umstände heben oder beeinträchtigen ihre Lebenszufriedenheit, ein Thema, das in der gerontologischen Forschung aufgegriffen und bearbeitet wurde (zum Überblick KREUZER 1980, SCHICK 1978, SCHULZ 1979)? Welche Kompetenzen und Möglichkeiten haben die Söhne und Töchter, ihre alternden Eltern zu unterstützen? Welche Belastungen entstehen ihnen dabei? Welche normativen Überzeugungen und welche Motive leiten sie? Wir wissen viel über Hilfehandeln im allgemeinen (BIERHOFF 1980, STAUB 1981), aber wenig über personale und situationale Voraussetzungen der Gewährung oder Verweigerung von Hilfe bei Familienangehörigen. Die psychologische Forschung zu prosozialem Verhalten im allgemeinen liefert sicher Orientierungslinien. Man kann deren Ergebnis jedoch nicht direkt auf die vorliegende Problemstellung übertragen, da bislang fast ausschließlich prosoziales Verhalten gegenüber Fremden in experimentell arrangierten Notsituationen und in einem einmaligen Kontakt zwischen Notleidendem und potentiellem Helfer untersucht wurde. Demgegenüber hat die Kind-Eltern-Beziehung eine Geschichte und eine Zukunft: Die Anforderungen sind wiederkehrend, die Qualität der Beziehung ist in der Regel sehr bedeutsam für die Selbstbewertung und Bewertung der eigenen Lebensgeschichte und Lebenslage. Einstellungen, normative Erwartungen an sich selbst und andere, Situationsbewertungen u.a.m. sind vermutlich in dieser herausgehobenen Beziehung spezifisch und nicht verläßlich von anderen Situationen oder von generalisierten Personvariablen aus zu schätzen.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/321
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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