Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3218
Titel: Komorbide dissoziale und Borderline-Persönlichkeitsstörungen: Mentalisierungsbasierte Psychotherapie
Sonstige Titel: Comorbid Antisocial and Borderline Personality Disorders: Mentalization-Based Treatment
Autor(en): Bateman, Anthony
Fonagy, Peter
Erscheinungsdatum: 2010
Zusammenfassung: Mentalisierung ist ein Prozess, anhand dessen wir implizit und explizit aufgrund intentionaler psychischer Zustände (wie z. B. Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Überzeugungen und Gründe) unsere eigenen Handlungen und die anderer Menschen als bedeutsam interpretieren. Dieser Prozess ist bei Personen mit komorbiden dissozialen (APS) und Borderline-Persönlichkeitsstörungen (BPS), die zur Fehlinterpretation der Motive anderer neigen, unterbrochen. Dissoziale Charakteristika stabilisieren die Mentalisierung durch prämentalistisch gesteuerte Beziehungsverhärtungen. Der Verlust von Flexibilität setzt die Person jedoch der Gefahr des plötzlichen Zusammenbruchs aus, sobald das Repräsentationsschema in Frage gestellt wird. Dies setzt Gefühle der Demütigung frei, die nur durch Gewalt und Kontrolle über den Anderen vermieden werden können. Für gewöhnlich führt der Weg zur Gewalt über eine vorübergehende Hemmung der Fähigkeit zur Mentalisierung. Im vorliegenden Artikel legen die Autoren ihr aktuelles Verständnis der Mentalisierung und ihrer Verbindung zu dissozialen Merkmalen und Gewalt dar. Ihre Beobachtungen werden anhand eines klinischen Berichts über eine der dissozialen Persönlichkeitsstörung angepasste, mentalisierungsbasierte Therapie illustriert. Die Behandlung kombiniert Gruppen- und Einzeltherapie. Sie konzentriert sich auf Hilfestellung der Patienten zur Aufrechterhaltung der Fähigkeit zur Mentalisierung ihrer eigenen psychischen Zustände, wenn ihre persönliche Integrität in Frage gestellt wird. Patienten mit APS empfinden keinen psychischen Schmerz hinsichtlich des Gemütszustands anderer Menschen, daher wird die Konfrontation mit einem Konflikt, der durch Nachdenken über das Schicksal des Opfers ausgelöst wird, unwirksam sein und keine Änderung des Verhaltens herbeiführen. Schlagwörter Mentalisierung – Mentalisierungsbasierte Therapie – dissoziale Persönlichkeitsstörung – Selbst – Gewalt
Mentalization is the process by which we implicitly and explicitly interpret the actions of ourselves and others as meaningful based on intentional mental states (e.g., desires, needs, feelings, beliefs, and reasons). This process is disrupted in individuals with comorbid antisocial (ASPD) and borderline personality disorder (BPD), who tend to misinterpret others’ motives. Antisocial characteristics stabilize mentalizing by rigidifying relationships within prementalistic ways of functioning. However, loss of flexibility makes the person vulnerable to sudden collapse when the schematic representation is challenged. This exposes feelings of humiliation, which can only be avoided by violence and control of the other person. The common path to violence is via a momentary inhibition of the capacity for mentalization. In this article, the authors outline their current understanding of mentalizing and its relation to antisocial characteristics and violence. This is illustrated by a clinical account of mentalization-based treatment adapted for antisocial personality disorder. Treatment combines group and individual therapy. The focus is on helping patients maintain mentalizing about their own mental states when their personal integrity is challenged. A patient with ASPD does not have mental pain associated with another’s state of mind; thus, to generate conflict in ASPD by thinking about the victim will typically be ineffective in inducing behavior change. Keywords mentalization – mentalization-based treatment – antisocial personality disorder – self – violence
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3218
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
59.20106_5_50041.pdf381 kBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.