Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3222
Titel: Herr F.: »Keinen Kuss mehr für Mutter!« - Aus der psychoanalytischen Behandlung eines zwangsneurotischen Patienten
Autor(en): Wegener, Peter
Erscheinungsdatum: 2013
Zusammenfassung: Der Band vereinigt in einzigartiger Weise die Darstellung von zwölf erfolgreich verlaufenen Psychoanalysen, mit äußerst verschiedenen Patienten und respektvollen Psychoanalytikern. Der Band ist so konzipiert, dass er für Fachleute höchst anregend ist und für Laien nachvollzogen werden kann. Die zwölf Darstellungen bieten einen Einblick in die psychoanalytische Praxis, wie er in dieser Form und Dichte in der Literatur bisher nicht vorliegt: die Bedeutung des Selbstheilungscharakters der sich einstellenden Symptome, der Vielfalt unbewusster neurotischer Konlikte, die elementare Bedeutung positiver und negativer Übertragungsprozesse in einer speziischen dualen Behandlungssitua­tion und dem Funktionieren von Widerstand und Deutung. Wie viel Zeit brauchen Psychoanalysen? Warum sich diese Zeit nicht künstlich oder aus wirtschaftlichen Gründen verringern lässt, zeigen die beunruhigenden und gleichzeitig hoffnungsvollen Behandlungsverläufe. Die notwenige Orientierung an den je speziischen Notwendigkeiten einzelner Patienten steht dabei im Vordergrund und die Entfaltung eines Schutzes vor selbstdestruktiven Entwicklungen, die anderenfalls allein dem »Wiederholungszwang« unterworfen wären. Menschen mit einer Zwangsneurose führen einen einsamen Kampf. Sie sind in einem System von Gedanken und Ängsten gefangen und fallen meist niemandem zur Last. Im Gegensatz zu vielen anderen Patienten mit psychosomatischen oder neurotischen Krankheiten suchen sie eher selten Ärzte oder Krankenhäuser auf und »verursachen wenig Kosten«. Dennoch ist der Preis hoch: ein Scheitern in privaten Beziehungen und in berulicher Entwicklung, häuig ein Leben in Isolation und später Depression. Manchmal wird der Ausweg aus dem Privatgefängnis über einen Selbstmord gesucht. Zwangssymptome können hinsichtlich ihrer Intensität sehr variieren, vom Persönlichkeitszug bis hin zu einer passageren oder schweren chronischen Zwangssymptomatik, und sie können psychodynamisch in verschiedenen Phasen der kindlichen Trieb- und Selbstentwicklung begründet sein. Der vorliegende Behandlungsbericht eines jungen Mannes mit einer seit der Hälfte seines Lebens bestehenden Zwangsneurose soll einen Eindruck in die hartnäckige und komplexe Dynamik des intrapsychischen und auch interpersonellen Geschehens vermitteln. Der Analyse ging eine Psychotherapie mit einer Stunde je Woche von 15 Monaten voraus. Während des Schreibens dieses Berichtes befand sich die Analyse am Ende des vierten Jahres mit ca. 640 Stunden bei durchgängig vier Stunden pro Woche. Ein Behandlungsende ist innerhalb der nächsten Monate vorgesehen.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3222
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