Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3239
Titel: Charakter – Ein Beitrag zur Diskussion eines alten Themas
Autor(en): Jun, Gerda
Erscheinungsdatum: 1989
Zusammenfassung: Zusammenfassung: 1. Das Konzept integriert Bekanntes und Bewährtes aus der psychotherapeutischen Praxis (insbesondere die Vierer-Typologie nach F. Riemann in einer möglichen Beziehung zur alten Lehre der vier Temperamente). 2. Das Konzept bezieht sich insbesondere auf die emotional-affektive Ebene des Psychischen. 3. Der grundlegende Ansatz ist bio-psycho-sozial. 4. Das Modell berücksichtigt Gesichtspunkte zur Phylogenese und Ontogenese des Psychischen. Es stellt - daraus abgeleitet und über eine Phänomenologie hinausgehend - als Versuch/Hypothese eine mögliche (fraglich gesetzmäßige?) Zuordnung der einzelnen Strukturanteile (Möglichkeitsfelder/Potentiale) des Psychischen vor. 5. Das Konzept beinhaltet die Bipolarität des Psychischen mit den Bereichen von Normalität und Normabweichung, Pathopsychologie und Normalpsychologie. 6. Der synoptische und mehrdimensionale Aspekt bemüht sich um Ansätze eines ganzheitlichen Betrachtungsmodells sowohl für die Individualität der Persönlichkeit als auch für die Mannigfaltigkeit der menschlichen Charaktere. 7. Das Konzept zeigt Hinweise zu einer Analyse und auch Überlegungen zu einer möglichen Synthese der einzelnen Strukturanteile des Psychischen auf. 8. Die drei Grundgesetze der Dialektik sind in dem Konzept aufgehoben. Schwachpunkte: 1. Es handelt sich um ein in der Praxis handhabbares, aber nicht um ein empirisch-theoretisch abgesichertes Modell. 2. Es hat „offene Nahtstellen" zu den interdisziplinär angrenzenden Fachbereichen. 3. Es leitet nicht nur aus praktischen Erfahrungen, sondern auch aus Zusammenhangsvermutungen weitere Fragen ab. 4. Es wird bezüglich der Detailbeschreibungen im Text als unvollkommen und vorläufig eingeschätzt. 5. Die Abbildung 1wird nicht als endgültig angesehen. Sie wird vorgestellt als Übersicht der Strukturanteile in der Reihenfolge der einzelnen Potentiale (1, 2, 3, 4), als prinzipielle, als mögliche (gesetzmäßige?) Zuordnung innerhalb der Grundstruktur des Psychischen. Eine weitere Bearbeitung ist erforderlich, insbesondere bezogen auf die intrapotentiale Detailanordnung. 6. Das Konzept und dieses Buch sind ein Diskussionsbeitrag aus der Praxis der Psychotherapie/Psychiatrie (und des sozial-gesellschaftlichen Lebens) mit Fragen an die interdisziplinären Wissenschafts-Theoretiker. „Über die Norm belehrt das Pathologische vielleicht am Tiefsten, and die ahnt zuweilen, als möchten von der Seite der Krankheit her die kühnsten Vorstöße ins Dunkel des Lebendigen zu vollbringen sein. " Thomas Mann Dieses Konzept versteht sich als ein Beobachtungen und Erfahrungen verarbeitender und Fragen stellender Versuch, - speziell als das Bemühen eines Kinderpsychiaters, um in dem zum Teil noch vorhandenen „Dunkel des Lebendigen" der menschlichen Psyche und in der Vielfalt psychischer Erscheinungen etwas klarer und differenzierter durchsehen zu können ... Insbesondere der erste Satz aus Thomas Mann's Vermutung (s.o.) scheint in diesen Zusammenhängen mitteilens- und Überdenkenswert.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3239
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