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Titel: Schuldlos schuldig – Schuldempfinden und Posttraumatische Belastungsstörung bei ehemaligen Kindersoldaten in Uganda
Sonstige Titel: Guiltless Guilty – Trauma-Related Guilt and Posttraumatic Stress Disorder in Former Ugandan Child Soldiers
Autor(en): Klasen, Fionna
Schrage, Jana
Post, Manuela
Adam, Hubertus
Erscheinungsdatum: 2011
Zusammenfassung: Trotz internationaler Verbote werden weltweit mehr als 250.000 Kinder und Jugendliche als Soldaten ausgebeutet, nahezu die Hälfte von ihnen in Afrika. Die betroffenen Kinder werden dabei Opfer massiver Gewalt und häufig gezwungen, Gräueltaten an anderen zu verüben. In der vorliegenden Untersuchung wurden 330 ehemalige Kindersoldaten (11-17 Jahre, 48,5 % Mädchen) in Nord-Uganda zu traumatisierenden Erlebnissen, Schuldempfinden und Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) befragt. Schuldaffekte und -kognitionen wurden mit Hilfe des Trauma-related Guilt Inventory (TRGI) und PTBS mittels eines diagnostischen Interviews (MINI-KID) erhoben. Die an der Studie teilnehmenden Kinder waren zum Zeitpunkt des Eintritts in die bewaffnete Gruppe 10,7 Jahre alt und wurden durchschnittlich 19,8 Monate als Kindersoldaten eingesetzt. Während dieser Zeit waren die Kinder vielen traumatisierenden Erlebnissen ausgesetzt. Beispielsweise hatten 86,4 % Tötungen von Menschen mit ansehen müssen, 87,9 % wurden mit dem eigenen Tod bedroht, 52,6 % mussten selbst andere Menschen töten und 25,8 % wurden vergewaltigt. Insgesamt erfüllten 33 % der untersuchten Kinder die diagnostischen Kriterien für PTBS. Stärkere Schuldkognitionen hingen signifikant mit der Ausbildung einer posttraumatischen Belastungsstörung zusammen. Die vorliegenden Ergebnisse haben Implikationen für die Entwicklung von klinischen Interventionen für kriegstraumatisierte Kinder. Schlagwörter Kindersoldaten – Trauma – Posttraumatische Belastungsstörung – Schuldempfinden – Uganda
Despite international bans, more than 250,000 children and adolescents are exploited as soldiers worldwide, almost half of them in Africa. These children are exposed to a tremendous amount of violence and are often forced to commit atrocities themselves. In the present study, 330 former Ugandan child soldiers (age: 11-17, female: 48.5%) were interviewed regarding traumatic experiences, trauma-related guild, and posttraumatic stress disorder (PTSD). Affective and cognitive aspects of guilt were assessed with the Trauma-related Guilt Inventory (TRGI) and PTSD with a diagnostic interview (MINI-KID). Children had been abducted at a mean age of 10.75 years and served for an average period of 19.81 months. They were exposed to numerous traumatic experiences during abduction, e. g., 86.4 % were exposed to killings, 87.9 % were threatened with death, 52.6 % were forced to kill another person, and 25.8 % were raped. Diagnostic criteria for PTSD were fulfilled by 33 % of the children. Higher guilt cognitions were significantly related to posttraumatic stress disorder. The current study has implications for the development of clinical interventions for war-affected children. Keywords child soldiers – trauma – posttraumatic stress disorder – guilt – Uganda
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3266
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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