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Titel: Wie entwickeln sich stationär behandelte trennungsängstliche Kinder?
Sonstige Titel: How do Children with Separation Anxiety Disorder Develop After Inpatient Treatment?
Autor(en): von Widdern, Susanne
Lehmkuhl, Gerd
Erscheinungsdatum: 2011
Zusammenfassung: Trennungsangststörungen im Kindesalter führen wegen eines meist ausgeprägten Schulabsentismus bei betroffenen Familien zu großen Zukunftsängsten hinsichtlich der beruflichen und sozialen Integration des Kindes. Die vorliegende Studie berichtet über den natürlichen Verlauf von ehemals wegen ausgeprägter Trennungsangststörungen stationär behandelten Kindern. Es wurden 18 von 24 zuvor zwischen 1996-2002 im Alter von 6-13 Jahren stationär behandelten Patienten mit der Hauptdiagnose Emotionale Störung mit Trennungsangst (ICD-10: F93.0) mithilfe des standardisierten diagnostischen Interviews zur Erfassung psychischer Störungen (Kinder-DIPS; Unnewehr et al., 2005) und hinsichtlich ihres schulisch-sozialen Outcomes befragt. Der Katamnesezeitraum betrug im Mittel 7,1 (4,3-11,1) Jahre. Das Alter der Probanden belief sich zum Befragungszeitpunkt auf durchschnittlich 18,4 Jahre. Bei einem Drittel der Probanden zeigte sich zum Katamnesezeitpunkt mindestens eine klinische und bei 55 % mindestens eine subklinische psychische Störung nach ICD-10. Das psychische Outcome war maßgeblich davon abhängig, ob im Vorfeld zusätzlich zur Trennungsangststörung komorbide Störungen vorlagen. Eine Persistenz der ursprünglichen Diagnose (F93.0) wurde nur von zwei Probanden (11 %) berichtet. Dagegen zeigte sich bei einem Drittel der Probanden ein Symptomshift hin zur Sozialen Phobie (33,3 %). Eine in Folge berichtete Neuinzidenz einer Agoraphobie oder Panikstörung ergab sich nicht. Trotz eines positiven schulischen Outcomes (kein Schulversager) wurden von den Betroffenen offensichtliche Defizite im Rahmen der sozialen Integration und partnerschaftlicher Aktivitäten benannt. Nach durchschnittlich sieben Jahren zeigten ehemals stationär behandelte Kinder mit einer Emotionalen Störung mit Trennungsangst eine hohe Belastung hinsichtlich psychischer Störungen, insbesondere sozialphobische Verhaltensweisen. Für die Praxis impliziert dies, dass bei dieser Behandlungsgruppe ein besonderer Fokus auf den Erwerb sozialer Kompetenzen und Kommunikationsstrategien sowie längerfristige ambulante Therapieangebote notwendig erscheinen. Schlagwörter Katamnese – Trennungsangst – Emotionale Störung – Kinder
Separation anxiety in children with severe school refusal evokes often worry about the future with regard to professional career and social integration. This study highlights the native outcome of inpatient children with separation anxiety disorder. 18 of 24 children, who required at the age of 6-13 years between 1996-2002 inpatient treatment because of separation anxiety disorder were assessed at follow up. Diagnostic Interview for Mental Disorders in Children and Adolescents (Unnewehr et al. 2005) was used and academic and social outcome was explored. The follow-up time ranged from 4.3 to 11.1 years (average 7.1 years). Mean age was 18.4 years at time of follow-up. We found at least one clinical psychiatric diagnosis in one third of all patients at follow-up. Even more of the formerly inpatients reported subthreshold psychic symptoms (55 %). The mental outcome was strongly related to comorbid diagnosis at time of inpatient care. Estimated remission rate for separation anxiety disorder was high (89 %). The results revealed an important shift of diagnosis to social phobia in one third of cases. There was no incidence of agoraphobic or panic disorders. The majority of young people considered academic outcome satisfactory but reported pronounced problems in social integration. The mental stress of young people with a former severe separation anxiety after an average time of seven years was high, especially for social phobic symptoms. The results are discussed in view of further therapeutic implications. Keywords separation anxiety disorder – children – follow-up
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3267
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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