Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/330
Titel: Drakonität als Personmerkmal: Entwicklung und erste Erprobung eines Fragebogens zur Erfassung von Urteilsstrenge (Drakonität) versus Milde
Autor(en): Maes, Jürgen
Erscheinungsdatum: 1994
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"; 078
Zusammenfassung: Drakonität wird als eine personseitige Voreingenommenheit vorgestellt, streng und rigoros auf menschliche Fehler und Schwächen zu reagieren. Auf der anderen Seite kennzeichnen Milde und Versöhnlichkeit eine Haltung, Fehler verständnisvoll zu betrachten und anderen Menschen zu vergeben und zu verzeihen. Zur Ermittlung solcher Voreingenommenheiten wurde ein Drakonitäts-Fragebogen konstruiert, der in einer Untersuchung von Einstellungen zu Krebskrankheiten und Krebskranken erstmals eingesetzt wurde [N= 326]. Nach faktorenanalytischen Untersuchungen wurden fünf Faktoren interpretiert: (1) Drakonität im Sinne des Beharrens auf der Rechenschaftspflichtigkeit von Menschen zur Vermeidung von Fehlern und zur Vervollkommnung des Lebens, (2) Milde und Verständnis für andere Menschen und ihre Fehler, (3) Drakonität im Sinne von Unnachgiebigkeit und Unversöhnlichkeit, (4) Humor und (5) die Ansicht, daß menschliche Fehler reizvoll und interessant seien. Diese Faktoren führten zu ausreichend meßgenauen Skalen. Im Rahmen der Untersuchungen zur Validität des Fragebogens und seiner Subskalen werden Korrelationen zu anderen Variablen der erwähnten Fragebogenuntersuchung zu Krebs mitgeteilt. Drakonität geht mit erhöhten Verabtwortungszuschreibungen, Vorwürfen und Befürwortung von Sanktionen gegen Krebskranke einher, begünstigt strengere Verhaltensanforderungen, aber auch eigenes gesundheitsbewußtes Verhalten. Milde auf der anderen Seite entlastet die von Krankheit Betroffenen von solchen Vorwürfen und begünstigt Rechtfertigungen von möglichem Fehlverhalten. Abschließend werden Gruppenunterschiede mitgeteilt: Männer haben signifikant höhere Drakoni-tätsr-Werte als Frauen; religiöse Katholiken unterscheiden sich von religiösen Protestanten vor allem in der Humor-Subskala.
Draconity is introduced as a bias in persons to react to other people's faults and flaws harshly and rigorously. Draconity is opposed to leniency, mildness and understanding which are charac-terized as an attitude to look at other people's faults sympathetically and to excuse and forgive other people. A pilot question-naire was designed to assess such a bias and used for the first time in a major study on attitudes towards cancer and cancer patients [N= 326]. The questionnaire was factor-analyzed, and five factors were interpreted: (1) draconity as a tendency to insist on men's accountability in order to prevent faults and to perfect life, (2) mildness and understanding concerning other people and their faults, (3) draconity as a tendency to be uncompromising, irreconcilable and implacable, (4) humor, and (5) a tendency to conceive other people's faults as stimulating and intriguing. Sufficiently reliable scales were computed on the basis of these factors. Testing the validity of this questionnaire, correlations of draconity subscales with other variables of the cancer study are reported. Draconity correlates with increased attributions of responsibility, reproaches and punishments against victims of cancer, it encourages application of harsher norms and directives for other people but also favors own health protective behavior. On the other hand, leniency unburdons the victims from such reproaches and favors justification of possible misbehavior. Finally, group differences are reported: men score significantly higher on draconity; pious Catholics differ from pious Pro-testants especially in the humor subscale.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/330
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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