Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/332
Titel: Trauer
Autor(en): Barth, Silke
Kerp, Eva-Maria
Müller, Markus
Erscheinungsdatum: 2003
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral";157
Zusammenfassung: Die vorliegende Hausarbeit beleuchtet die vielfältigen kulturellen und individuellen Aspekte der Emotion Trauer, die wissenschaftlich als mehr oder weniger stereotypisierte Reaktion auf Verluste definiert wird. Diese Reaktion scheint zu einem großen Teil gesellschaftlich geprägt zu sein, folgt man den angeführten evolutionären und sozial-konstruktivistischen Studien zu diesem Thema. Bestimmte Riten, symbolische Handlungen, verbale und nonverbale Verhaltenweisen regeln den individuellen Trauerausdruck. Umrahmt von kulturellen Vorgaben variiert die individuelle Ausgestaltung von Trauer, die unter anderem durch Veränderungen im Gesundheitszustand und im sozialen Netzwerk erfasst wird. Ein vielversprechendes Modell zur Analyse und Erklärung interindividueller Varianz in der Reaktion auf einen Verlust scheint die „Trauerarbeit“ zu sein, allerdings kann dieses Modell nur zum Teil die empirischen Befunde zur Varianz auftretender Trauerreaktionen, deren Verlauf und Intensität erklären. Mittlerweile muss davon ausgegangen werden, dass die Annahme „everyone needs to do grief work“ unter Beachtung der starken Geschlechtsdifferenzen eine wissenschaftlich nicht länger tragbare Vereinfachung darstellt, da sowohl die Coping- Strategien Ablenkung als auch Konfrontation adaptive Möglichkeiten sind, den Verlust zu bewältigen. Die adäquateste Interventionsmöglichkeit für trauernde Personen scheint das Angebot sozialer und damit emotionaler Unterstützung bei der Suche nach „Sinn“ zu sein. Damit sollen jedoch keinesfalls suggestive Methoden gemeint sein, sondern vielmehr die Unterstützung und Aktivierung von personeigenen Ressourcen. Trotz aller Erkenntnisse kann diese Arbeit letzten Endes kein klares, umfassendes Bild dieser überaus komplexen Emotion Trauer zeichnen, das eine daraus resultierende Standard- Interventionsstrategie implizieren könnte. Eine integrative Sichtweise verschiedener Disziplinen wie der Psychologie, Biologie, Soziologie, Theologie, u.a. führt vielleicht zu neuen Erkenntnissen, andererseits ergäben sich daraus zahlreiche neue Fragen und Differenzierungen. Steht Trauer doch immer in enger Verbindung zum Tod, mit dem wir zwangsweise konfrontiert sind, den wir aber keinesfalls wissenschaftlich verstehen können, und der deshalb unserer Forschung Grenzen setzt.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/332
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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