Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/339
Titel: Existentielle Schuld und Mitleid: Ein experimenteller Differenzierungsversuch anhand der Schadensverantwortlichkeit
Autor(en): Schmitt, Manfred
Bäuerle, C
Dohmke, E.
Eckmann, J.
Ganseforth, A.
Gartelmann, A.
Mosthaf, U.
Siebert, G.
Wiedemann, R.
Erscheinungsdatum: 1988
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral";048
Zusammenfassung: Experimentell untersucht wurde folgende, bislang nur korrelationsempirisch belegte Hypothese: Existentielle Schuldgefühle gegenüber Benachteiligten hängen von der Wahrnehmung eines Kausalzusammenhangs zwischen deren Benachteiligung und eigenen Vorteilen oder eigenem Verhalten ab; Mitleid ist hiervon unabhängig. Achtzig studentischen Versuchspersonen wurde ein Film mit Szenen aus der Dritten Welt gezeigt. Diese waren mit vier verschiedenen Kommentaren versehen, welche die experimentellen Bedingungen repräsentierten (between subjects-design). Variiert wurden in jeweils zwei Stufen der Schaden der gezeigten Menschen und die ursächlich begründete Verantwortung der Versuchsperson hierfür. Beispielsweise wurde in der Bedingung "hoher Schaden-niedrige Verantwortung" das bedauernswerte Los der gezeigten Menschen als weitgehend selbstverschuldet dargestellt, während in der Bedingung "hoher Schaden-hohe Verantwortung" ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Lage in der Dritten Welt und der Unternehmenspolitik bundesdeutscher Konzerne sowie dem Konsumverhalten der Bundesbürger nahegelegt wurde. Erwartungsgemäß berichteten die Probenden dieser letztgenannten Bedingung mehr Schuldgefühle, nicht aber mehr Mitleid als die Probanden der restlichen Bedingungen (Experiment 1, n=40). Jedoch war dieser Effekt nur bei Männern statistisch zuverlässig. Entgegen den Erwartungen und zahlreichen Befunden aus anderen Experimenten bewirkte die Induktion von Schuldgefühlen keine erhöhte Hilfsbereitschaft gegenüber Dritten (Experiment 2, n=40). Mögliche Ursachen hierfür werden diskutiert.
Feelings of existential guilt are assumend to depend on perceiving a causal relationship between one's own behavior or (privileged) situation and the disadvantages of others; pity, however, should not (or far less) depend on the perceived causes of others' misery. This hypothesis, which has been supported so far only by findings from correlational studies, was tested experimentally. Eighty subjects (university students) were shown a film about one of the developing countries. The film was provided with four different comments, each representing one experimental condition (between subjects-design). Experimental factors were amount of damage to the people shown and subject's responsibility for it. In the condition "high damage-low responsibility" for example, the comment suggested the bad lot of the people shown as beeing self-inflicted, whereas in the condition “high damage-high responsibility” a causal link was drawn between the misery shown in the film on the one hand and policies of German business companies as well as consumer behavior of German citizens on the other hand. As expected, subjects in this condition (“high damage-high responsibility”) reported higher feelings of guilt but not more pity than subjects in the remaining three treatment conditions (experiment 1, n=40). However, this mean difference was statistically significant for men only. In contrast to our theoretical expectations (vicarious reparation) and findings from other experiments, the induction of feelings of guilt had no effect on willingness to help a third party (experiment 2, n=40). Possible reasons for this unexpected finding are suggested.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/339
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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