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Titel: Validierung der Skala Allgemeiner Gerechte-Welt-Glaube über ein Glücksspielexperiment
Autor(en): Schmitt, Manfred
Kilders, M.
Mösle, A.
Müller, L.
Pfrengle, A.
Rabenberg, H.
Schott, F.
Stolz, J.
Suda, U.
Williams, M.
Zimmermann, G.
Erscheinungsdatum: 1990
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral";058
Zusammenfassung: Mit dem Fragebogen von Dalbert, Montada und Schmitt (1987) wurde der Allgemeine Gerechte-Welt-Glaube (GWG) von 145 studentischen Versuchspersonen erhoben. Die Probanden beobachteten, wie eine andere Person in einem Glücksspiel viel oder wenig (Faktor 1) gewann oder verlor (Faktor 2). Abhängige Variable war die Positivität der Bewertung des von Glück oder Pech Betroffenen. Entgegen den Erwartungen werteten Probanden mit einem starken GWG Verlierer auf statt ab und Gewinner ab statt auf. Der GWG wurde also nicht durch eine Rechtfertigung der Geschehnisse nach dem Leistungsprinzip verteidigt, sondern durch Kompensation. Deshalb wird empfohlen, die bisherige Koppelung der GW-Hypothese an das Leistungsprinzip aufzugeben. Je nach Gerechtigkeitskriterium kann der GWG auf verschiedene Weisen bewahrt werden. Probanden mit einem niedrigen GWG-Score unterstellten dem Gewinner günstige, dem Verlierer ungünstige Charaktereigenschaften. Nach dem Gleichheitsideal des Kompensationsprinzips impliziert dieses Zuschreibungsmuster die Behauptung von Ungerechtigkeit. Niedrige GWG-Werte sind somit nicht als schwacher Glaube an die gerechte Welt zu interpretieren, sondern als Glaube an eine ungerechte Welt. Der bisher unipolar gedachte GWG sollte also bipolar rekonzipiert werden.
Belief in a Just World (BJW) of 145 students was measured with a questionnaire developed by Dalbert, Montada, and Schmitt (1987). Subjects saw a person randomly winning or loosing (Factor 1) little or much (Factor 2) money. Evaluation (positivenegative) of that person served as the dependent variable. In contrast to expectations, subjects with a strong BJW did not upgrade the winner and downgrade the looser. By contrast, they downgraded the former and upgraded the latter. Hence, BJW was not defended by justifying the situation on the basis of the equity principle but on the basis of the equality principle - which called for compensation. Therefore, the JWH-hypothesis should be reformulated to incorporate additional justice principles besides the equity principle. Depending on the justice principle applied, BJW will cause quite different reactions to injustice. Subjects with low BJW-scores downgraded the looser and upgraded the winner. Given the equality principle, this means asserting injustice. Low BJW-scores may therefore not be interpreted as a weak belief in a just world but as a strong belief in an unjust world. Consequently, the traditional unipolar BJW-construct might need to be reconceptualized as a bipolar dimension of individual differences.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/340
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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