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Titel: Erlebtes Staunen als wesentliche Voraussetzung für die subjektiv intendierte Neuorientierung und Selbstverpflichtung bzgl. bisheriger Verkehrsteilnahme unter Alkoholeinfluss
Autor(en): Bacherle, Xaver
Erscheinungsdatum: 2002
Zusammenfassung: In meinem Vortrag stelle ich Ihnen ein Experiment vor, das ich mit allen auffällig gewordenen Verkehrsteilnehmern im Rahmen von Beratung oder Therapie durchführe. Das Experiment — eine Abwandlung des Stroop-Tests - dient der Hervorbringung des Zustandes des Staunens über sich selbst als handelnde Person und dies in der Rolle des Verkehrsteilnehmers, der sich im an-betrunkenen Zustand zur Ausführung einer Trunkenheitsfahrt entschlossen hat. Das Erleben des Staunens über sich selbst soll an dem psychoorganischen Zustand, der der subjektiv bedeutsamen Handlung "Durchführung einer Trunkenheitsfahrt" zugrunde liegt, ansetzen. Aus dem Staunen über die natürlicherweise zur Geltung kommende Komplexität und Perfektion der Selbstüberwachung bis hin zur Selbststeuerung(zur Verfügung stehende Handlungsdurchführungsorganisation) bei einer einfachen Konzentrationsaufgabe, wird das Ausmaß der "Fahrtüchtigkeitseinbuße" und die Andersartigkeit der Handlungslenkung unter Alk.einfluss erst in ihrem vollen Ausmaße vorstellbar, nachvollziehbar, rekonstruierbar. Ein umfassenderer Zugriff auf die affektiven, sinnlichen, motivationalen, kognitiven, sensumotorischen und humoralen "Realitäten" ,die den Unterschied zum Fahren unter Alkoholeinfluss modellieren, soll die Verwunderung über sich selbst erzeugen, die zu Selbstbildkorrekturen im Sinne einer persönlich gefühlten Notwendigkeit auffordert. Indem ein Kontrast zum Erleben, Beurteilen, Entscheiden ,Handeln unter nüchternen Bedingungen in für die Person zentralen Handlungsdimensionen offenkundig gemacht wird, soll ein systemimmanenter Bedarf nach Reorganisation in diesem bedeutsamen Handlungskomplex inittiiert werden. Erst damit sind wesentliche Voraussetzungen zur Einleitung von nachhaltigen Veränderungen in persönlich bedeutsamen Handlungsvollzügen, wie z.B.das Rechtfertigen des Fahrens unter Alkoholeinfluss, gegeben. Dies gilt für alle das Alltagshandeln und die spezifische Aufgabenbewältigung begünstigende Gewohnheitshandlungen. Das Individuum kann sich nun zu einer neuen Qualität der Verantwortungsübernahme in seinem Mobilitätsverhalten entscheiden. Damit können die dafür relevanten Handlungskomplexe(Denken,Fühlen,Erleben und das Gefühl bzw. Gewissheit, eine soeben auszuführende Handlung verantworten zu wollen) einer werte- wissens- und willensorientierten Veränderung zugeführt werden.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3418
Enthalten in den Sammlungen:Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP); Sektion Verkehrspsychologie: 38. BDP-Kongress für Verkehrspsychologie, Universität Regensburg 2002
PsyDok

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