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Titel: Mikrogenetische Studien zum physikalischen Wissenserwerb von Kindern : neue Trainingsexperimente mit der Balkenwaage
Sonstige Titel: Microgenetic studies on the acquisition of physical knowledge in children : new training experiments with the balance scale
Autor(en): Bach, Sylvia
Huber, Susanne
Krist, Horst
Öndül, Selin
Erscheinungsdatum: 2004
Zusammenfassung: In zwei mikrogenetischen Studien mit 7-jährigen Kindern wurde am Beispiel der Balkenwaagen-Aufgabe und mit Hilfe der Rule-Assessment-Methode untersucht, inwieweit intuitives physikalisches Vorwissen den Erwerb neuen physikalischen Regelwissens beeinflusst. In einem Vortest wurden jeweils solche Versuchsteilnehmer ausgewählt, welche bei Vorhersagen des Verhaltens der Balkenwaage ausschließlich die Gewichtsdimension beachteten (Regel I). In einer Trainingssitzung beobachteten sie dann entweder reguläre (mögliche) oder hierzu inverse (unmögliche) Ereignisse, in denen sich die Waage bei augenscheinlich gleichem Gewicht nach der Seite mit dem größeren bzw. kleineren Hebelarm neigte. In Experiment 1, bei dem in der Trainingsphase acht solcher Trials dargeboten wurden, lernten annähernd ebenso viele Kinder die inverse Berücksichtigung des Hebelarms (bei inversem Training) wie dessen reguläre Berücksichtigung (bei regulärem Training). Während der Lernphase machten die regulär trainierten Kinder jedoch häufiger korrekte Vorhersagen als die invers trainierten. In Experiment 2 wurde deshalb die Zahl der kritischen Trainingstrials auf zwei reduziert. Es ergab sich ein deutlicher, statistisch bedeutsamer Effekt zugunsten der regulären Trainingsbedingung. Unsere Ergebnisse bestätigen insgesamt die Annahme einer differentiellen Lernbereitschaft und liefern Evidenz für hypothesengeleitetes Lernen bei 7-jährigen Kindern.
In two microgenetic studies, we investigated whether intuitive prior knowledge constrains the learning of new physical rules in 7-year-old children using the balance scale as our task paradigm and applying the rule-assessment method. Participants were selected who predicted the behavior of the balance scale, in a pretest, according to the weight dimension only (Rule I). In a following training session, they watched either regular (possible) or inverse (impossible) events with apparently equal weights, in which the scale tipped to the side with the greater or smaller distance from the fulcrum, respectively. In Experiment 1, in which eight such trials were given, children acquired the inverse rule almost equally well as the regular one. Within the training session itself, children´s predictions were more often correct in the regular condition than in the inverse condition. Therefore, only two critical training events were presented in Experiment 2. This led to a marked and reliable difference favoring the regular training condition. Taken together, our results lend support to the assumption of differential learning readiness, and they provide evidence for hypothesis-guided learning in 7-year-old children.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3531
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