Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/364
Titel: Strategien der Handlungsregulation
Autor(en): Zempel, Jeannette
Erscheinungsdatum: 2003
Zusammenfassung: Strategisches Vorgehen wird häufig als eine der wichtigen Determinanten sowohl der Leistung als auch des Stresserlebens im Arbeitskontext angeführt. Dabei bleibt aber häufig unklar, welche Formen dieses strategische Vorgehen hat und welche Effekte verschiedenen Strategien im Einzelnen zugeschrieben werden können. In der vorliegenden Dissertation werden vier Strategien der Regulation von Handlungen charakterisiert und Determinanten und Effekte dieser vier Strategien untersucht. Ausgehend von der Handlungsregulationstheorie (vgl. z. B. Frese & Zapf, 1994; Volpert, 1982) wird im ersten Kapitel ein Modell von vier charakteristischen Vorgehenssequenzen beschrieben, die als Strategien der Handlungsregulation verstanden werden. Dieses Modell umfasst die planende, die momentane, die opportunistische Handlungsstrategie und die Handlungsstrategie des kritischen Punkts. Im zweiten Kapitel wird der empirische Erkenntnisstand anhand einer Literaturanalyse dargestellt. In dieser Literaturanalyse wird deutlich, dass strategische Vorgehensweisen in verschiedenen Forschungsbereichen der Psychologie weitgehend unabhängig voneinander beschrieben werden und sich dem Modell zuordnen lassen. Das darauf folgende Kapitel zeigt, dass sich das theoretisch entwickelte vierfaktorielle Modell der Handlungsstrategien empirisch stützen lässt. In der Analyse des strategischen Vorgehens von Geschäftsführern kleiner und mittelständischer Unternehmen belegen die Ergebnisse konfirmatorischer Faktorenanalysen, dass das vierfaktorielle Modell im Vergleich zu anderen theoretisch denkbaren Modellen der Differenzierung von Strategien die beste Anpassung an die Daten aufweist. Im vierten Kapitel werden die Eignung verschiedener Methoden zur Erhebung der vier Handlungsstrategien untersucht und eine Konstruktvalidierung der vier Strategien vorgenommen. Dazu wurden die Ausprägungen der vier Strategien mit Hilfe von drei unterschiedlichen Methoden (Kombination aus Beobachtung und lautem Denken, kognitives Interview, Fragebogen) in einer Laborstudie erfasst und verglichen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass jede der vier Handlungsstrategien mit allen drei Methoden in ausreichender Übereinstimmung erhoben werden kann (moderate konvergente Validität) und sich sowohl bei gleicher als auch unterschiedlicher Erhebungsmethode ausreichend von den anderen drei Strategien differenzieren lässt (hohe diskriminante Validität). Im fünften Kapitel werden individuelle und situative Determinanten des strategischen Vorgehens am Beispiel der Erfahrung des Handelnden und der Komplexität der Aufgabe untersucht. Dabei kann experimentell gezeigt werden, dass das strategische Vorgehen durch die aufgabenspezifische Erfahrung des Handelnden und durch die Komplexität der Aufgabe bestimmt wird. Im Anschluss daran wird im sechsten Kapitel die Bedeutung der Handlungsstrategien für die Leistung unter komplexen Anforderungen analysiert. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung in diesem Kapitel zeigen, dass eine vermehrte Anwen-dung der planenden Handlungsstrategie einen positiven Effekt und der vermehrter Gebrauch der momentanen Strategie einen negativen Effekt auf das Leistungser-gebnis bei der Bearbeitung komplexer Anforderungen hat. Die Anwendungshäufig-keit der Handlungsstrategie des kritischen Punktsund der opportunistischen Handlungsstrategie hatten dagegen keine Effekte auf das Leistungsergebnis. Das siebte Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen den vier Handlungsstrategien und der Beanspruchung. In einer Feldstudie mit Personen aus sozialen Berufsbereichen kann gezeigt werden, dass die Handlungsstrategien den Zusammenhang zwischen belastenden Arbeitsbedingungen (Zeitdruck, Unsicherheit) und Beanspruchung (Index aus psychosomatischen Beschwerden und Symptomen der Gereiztheit/Belastetheit) verändern. Dabei wird deutlich, dass die opportunistische Handlungsstrategie und die Handlungsstrategie des kritischen Punkts den negativen Einfluss spezifischer Belastungen auf die erlebte Beanspruchung reduzieren. Der Einsatz der planenden Handlungsstrategie geht vor allem bei niedrigem Zeitdruck mit geringer Beanspruchung einher. Mit zunehmendem Zeitdruck nimmt bei häufiger Anwendung der planenden Strategie die Beanspruchung zu. Die Funktionalität der vier Handlungsstrategien wird auf dem Hintergrund dieser Erkenntnisse diskutiert. Zum Abschluss werden im achten Kapitel kritische Argumente und offene Fragestellungen erörtert, die vorliegenden Ergebnisse zusammenfassend bewertet und der weitere Forschungsbedarf aufgezeigt. Die Bedeutung der Erkenntnisse für den beruflichen Kontext, insbesondere für die Anwendung im Bereich der Personalentwicklung, wird dargestellt.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/364
Enthalten in den Sammlungen:PsyDok

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
ZempelJeannette-2003-02-12.pdf2,14 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.