Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/368
Titel: Diebstahlverhalten in Unternehmen Psychologische Determinanten von Mitarbeiterdiebstahl
Autor(en): Richter, Christian
Liebig, Christian
Erscheinungsdatum: 2006
Zusammenfassung: Die vorliegende Studie untersucht psychologische Determinanten von Mitarbeiterdiebstahl. Die Theorie des geplanten Verhaltens dient dabei als Rahmenkonzept für das Modell des geplanten Diebstahls. In einem zweiten Modell wird untersucht, welchen Einfluss Fairnessurteile, Arbeitszufriedenheit und Commitment auf die Einstellung zu Diebstahl von Firmeneigentum haben. Zudem wird geprüft, ob sich Personen hinsichtlich Persönlichkeits- und weiteren Merkmalen bei der Einstellungsbildung unterscheiden. Die Daten wurden mit einem Online-Fragebogen erhoben. Neben Fragen zur Persönlichkeit wurden retrospektive Fragen zum Erleben und Verhalten zum Zeitraum der vergangenen 12 Monate gestellt. Der Datensatz mit rund 100 Fällen wurde u.a. mit Strukturgleichungsanalysen untersucht. Die Ergebnisse belegen, dass Mitarbeiterdiebstahl in Abhängigkeit von der Verhaltensabsicht auftritt. Diese wird durch die eigene Einstellung zu Diebstahl und durch den normativen Druck bestimmt, den private und berufliche Bezugsgruppen ausüben. Die Absicht, aber auch die Möglichkeit, Firmeneigentum zu entwenden bestimmen das individuelle Diebstahlverhalten. Die latenten Variablen Commitment, Arbeitszufriedenheit und Fairnessurteile beeinflussen in dieser Studie nicht die Einstellung zu Diebstahl. Distributive und interpersonelle Fairness weisen jedoch Zusammenhänge zur Einstellung auf, welche insbesondere bei Befragten mit überdurchschnittlich ausgeprägter negativer Affektivität und unterdurchschnittlich ausgeprägter Gewissenhaftigkeit deutlich vorhanden waren. Zusammengenommen belegen die Ergebnisse, dass Mitarbeiterdiebstahl nicht nur durch Kontrolle von Diebstahlmöglichkeiten und durch die Kontrolle der Integrität vor dem Eintritt in das Unternehmen reduziert werden kann. Ein fairer Umgang am Arbeitsplatz und ein positiver Einfluss von Kollegen können dafür sorgen, dass Mitarbeiter weder die Einstellung noch die Absicht entwickeln, ihrem Unternehmen durch Diebstahl zu schaden.
Though being a growing issue in business life, employee theft is rarely studied as a separate form of deviant behavior in the workplace. This study aims at closing this gap by empirically analyzing psychological determinants of employee theft. The theory of planned behavior hereby serves as a framework for the model of employee theft. A second model suggests that fairness judgments, job satisfaction, and commitment influence the attitude towards employee theft. Additionally, it was tested whether respondents differ in attitude formation along personality and other traits. Data were gathered using an online-survey. Participants were asked to self-report personality traits, experiences, and own behavior at the workplace during the period of the past 12 months. A convenience sample with 100 cases was examined using structural equation modeling. The results suggest that the intention to steal determines employee theft. The intention, in turn, is determined by the attitude towards theft and the normative pressure with respect to theft imposed by significant others. Besides the intention to steal, the opportunity to do so directly predicted individual theft behavior. Commitment, job satisfaction, and fairness judgments did not predict the attitude towards theft. However, the dimensions both distributive and interpersonal fairness were related to attitude towards theft. Particularly for respondents who reported above-average negative affectivity and below average conscientiousness, this relation was clearly present. Taken together, these findings support the assumptions that employee theft can be reduced not only by means of the control of theft opportunities at work and the control of integrity in employee selection procedures. A fair treatment at work as well as a positive influence of colleagues can assure that employees develop neither the attitude nor the intention to harm their company by stealing.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/368
Enthalten in den Sammlungen:Mannheimer Beiträge zur Wirtschafts- und Organisationspsychologie
PsyDok

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