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Titel: Wilhelm Wundt (1832 – 1920): Gründervater ohne Söhne?
Autor(en): Fahrenberg, Jochen
Stichwörter: Wilhelm Wundt, Geschichte der Psychologie, Theoretische Psychologie, Wissenschaftstheorie
Erscheinungsdatum: 2017
Zitierform: reportpsychologie 2017, 42 (Heft 11-12), 42, S. 444-451.
Zusammenfassung: Wilhelm Wundt gründete die experimentelle Psychologie als Disziplin und wurde zu einem Pionier der Kulturpsychologie. Von Leibniz‘ Philosophie beeinflusst, arbeitete er die erste gründliche und einheitliche Wissenschaftstheorie der Psychologie aus und praktizierte einen multimethodischen und perspektivischen Ansatz. Die vielleicht wichtigsten Gründe für den relativ geringen Einfluss von Wundts Werk und Wissenschaftstheorie könnten in dem hohen Anspruchsniveau seiner epistemologisch begründeten Konzeption der Psychologie und in dem Schwierigkeitsgrad seiner umfassenden Methodik liegen. Mit seiner Definition der „Seele“ als aktueller Prozess gab Wundt die Idee eines metaphysischen „substanziellen Trägers“ auf; seine „Psychologie ohne Seele“ wurde durch mehrere zeitgenössische und spätere Psychologen und Philosophen scharf kritisiert. Wundts Assistenten und Kollegen referierten in ihren Büchern Wundts umfassende Wissenschaftskonzeption der Psychologie nur sehr unzureichend; niemand aus diesem Kreis leistete eine kreative Weiterentwicklung von Wundts Prinzipien. Dieser hatte bereits in der Gründungsphase der universitären Psychologie eine anspruchsvolle metawissenschaftliche Reflexion ausgebildet und dieses Potenzial zur Anregung von Interdisziplinarität und Perspektivität ist. bei weitem nicht ausgeschöpft.
Beschreibung: Wilhelm Wundt founded experimental psychology as a discipline and became a pioneer of cultural psychology. He developed, essentially influenced by Gottfried Wilhelm Leibniz, the first comprehensive and uniform theory of the science of psychology, and suggested a varied, multimethod approach and perspectivism. Possibly the most important reasons for Wundt's relatively low influence might lie in his ambitious epistemologically founded conception of psychology and in the level of difficulty involved in his wide-ranging methodology. Through his definition of "soul" as an actual process, Wundt gave up the metaphysical idea of a „substantial carrier"; his „psychology without a soul“ was heavily criticised by several contemporary and later psychologists and philosophers. Wundt's assistants and colleagues did not adequately reference his comprehensive scientific conception of psychology in their books; nobody in this circle developed a creative continuation of Wundt's basic concepts. Here, during the founding phase of university psychology, he already argued for a highly demanding meta-scientific reflection – and this potential to stimulate interdisciplinarity and perspectivism (complementary approaches) has by no means been exhausted.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3778
ISSN: 0344-9602
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