Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/400
Titel: Kontrollieren und kontrolliert werden - Konstruktion und Analyse eines Zwei-Wege-Fragebogens zur Erfassung von Kontrollüberzeugungen
Autor(en): Maes, Jürgen
Erscheinungsdatum: 1995
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral";79
Zusammenfassung: Zwei Dimensionen sind im Begriff der internalen Kontrollüberzeugung konfundiert. Zwei mögliche Fragerichtungen nach internaler oder externaler Kontrollüberzeugung mögen das verdeutlichen. Die Frage lautet zum einen: Ist die Ursache für die Ergebnisse einer Person innerhalb oder außerhalb dieser Person lokalisiert (internal oder external)? Die andere Frage lautet: Wie sehr kann eine Person ihre Ergebnisse beeinflussen oder kontrollieren? Es geht also auf der einen Seite um eine Lokalisation der Ursache von Kontrolle, zum anderen um den Einfluß der Person auf ihre Ergebnisse. Um Konfundierungen zu vermeiden, müssen Überzeugungen bezüglich kausaler Faktoren im Leben (Fähigkeit, Anstrengung, mächtige Andere, Glück) von der wahrgenommenen Kontrolle über diese kausalen Faktoren getrennt werden. Als Konsequenz aus diesem Problem wurde ein sogenannter Zwei-Wege-Kontrollüberzeugungs-Fragebogen entwickelt. Dieser Fragebogen basiert auf der Idee, daß Menschen sich durch verschiedene internale oder externale Faktoren beeinflußt oder kontrolliert sehen können, andererseits aber auch selbst Einfluß oder Kontrolle über diese Faktoren erleben können. Der Bogen wurde in einer Untersuchung von Einstellungen zu Krebskrankheiten [N=326] erstmals eingesetzt. Nach faktorenanalytischen Untersuchungen wurden neun reliable Subskalen gebildet: (1) Kontrolle durch den Zufall (2) Kontrolle durch das Schicksal (3) Kontrolle durch Menschen, denen man begegnet (4) Kontrolle durch mächtige Andere und Gesellschaft (5) Persönliche Kontrolle (6) Einfluß auf den Zufall (7) Einfluß auf das Schicksal (8) Einfluß auf Menschen, denen man begegnet (9) Einfluß auf die Gesellschaft. Korrelationen mit Verantwortungszuschreibungen, angenommenen Ursachen von Krebs sowie Freiheitsüberzeugungen bestätigen die Validität dieser Subskalen. Anschließend werden multiple Regressionsanalysen zur Vorhersage verschiedener Formen von Hilfsbereitschaft gegenüber Krebskranken vorgestellt: Die Annahme von Einfluß auf das Schicksal ist der wichtigste Prädiktor für Spenden an die Krebshilfe, Einfluß auf den Zufall der wichtigste für die Teilnahme an Lotterien zugunsten von Krebskranken, Einfluß auf die Gesellschaft für die Bereitschaft, Zeit zu investieren, um Krebskranken bei der Hausarbeit zu helfen. Abschließend werden Überlegungen angestellt, wie der Fragebogen für den Einsatz im Forschungsprojekt GiP (= Gerechtigkeit als innerdeutsches Problem) optimiert werden kann.
Two dimensions are confounded in the concept of internal control which respond to different questions: Are the causes of a person's outcomes located inside or outside the person (internal versus external)? And: How much can a person influence his or her outcomes? Thus, one dimension is the cause or the "locus" of control, the other dimension is the person's influence on his or her outcomes. To prevent confoundings, beliefs concerning causal factors in life (ability, effort, powerful others, luck) have to be separated from perceived control over these causal factors. As a consequence of this problem, a so-called two-ways-questionnaire for the assessment of beliefs in control was developped. It is based on the idea that people can feel influenced or controlled by different internal or external factors, while on the other hand they may as well experience personal control over these factors. The questionnaire was employed for the first time in a study on attitudes towards cancer [N=326]. Nine reliable subscales were derived on the basis of the results of factor-analytical examination. (1) Control by chance (2) Control by fate (3) Control by people one encounters in everyday life (4) Control by powerful others and society (5) Personal control (6) Influence on chance (7) Influence on fate (8) Influence on people one encounters in everyday life (9) Influence on society The correlational patterns with responsibility attribution, perceived causes of cancer and attitudes towards freedom and determinism confirm the validity of these subscales. Then, multiple regression analyses were used to predict different forms of aid towards cancer victims. Influence on fate is the most important predictor for donations to the Deutsche Krebshilfe (German cancer relief organization), influence on chance is the most important predictor for participation in lotteries for the benefit of cancer victims, influence on society is the most important predictor for the preparedness to invest time to help cancer victims in their household. Finally, improvements of the questionnaire are considerated concerning its application in the GiP research project (GiP = justice as a problem within Germany).
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/400
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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