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Titel: Annahmen über den Menschen. Eine Fragebogenstudie mit 800 Studierenden der Psychologie, Philosophie, Theologie und Naturwissenschaften
Sonstige Titel: Assumptions about Human Nature. A questionnaire-based study with 800 students from psychology, philosophy, theology, humanities, and science.
Autor(en): Fahrenberg, Jochen
Erscheinungsdatum: 2006
Serie/Report Nr.: Forschungsberichte des Psychologischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau;164
Zusammenfassung: Das Menschenbild ist ein individuelles Muster von grundsätzlichen Überzeugungen, was der Mensch ist und welchen Sinn, welche Werte und Ziele das Leben hat (haben sollte). Jede Person lernt und entwickelt Annahmen über den Menschen und übernimmt dabei vieles, was für die eigene Familie, für Gruppen und Gemeinschaften typisch ist: soziokulturelle und religiöse Traditionen, Wertorientierungen und Antworten auf Grundfragen des Lebens. Die Antworten auf die Frage "Was ist der Mensch" gehören als Wesensbestimmungen in die Philosophische Anthropologie und als empirisch zu untersuchende Überzeugungen in die Psychologie, insbesondere in die Differentielle Psychologie. In einer vorausgegangenen Untersuchung waren die meisten Befragten der Ansicht, dass die jeweiligen Überzeugungen hinsichtlich des Leib-Seele-Problems wahrscheinlich Konsequenzen für die Theorien, die Methoden und die Berufspraxis von Psychologen, Ärzten und Richtern haben werden (Fahrenberg, 1999). Studierende der Psychologie im ersten Fachsemester kommen für diese Untersuchungen besonders in Frage, denn ihre Studienentscheidung und ihr späterer Beruf sind wahrscheinlich auch von ihrem Interesse an Menschen und an Sinnfragen motiviert. Der Fragenbogen enthält 64 Fragen u.a. zu den Themen Gehirn und Bewusstsein, Willensfreiheit, Evolution, Religiosität und Interesse an Sinnfragen des Lebens, Gottes-Glauben, Theodizee-Problem, Wahrheit, Toleranz und Letztbegründung der Moral. Die Mehrzahl der Teilnehmenden sind Studierende der Psychologie an sieben Universitäten in West- und Ost-Deutschland (N = 563), außerdem Studierende der Philosophie, Theologie, Geistes- und Naturwissenschaften in Freiburg. Auch hier sind die meisten Befragten überzeugt, dass solche philosophischen Auffassungen hinsichtlich Gehirn und Bewusstsein (Leib-Seele-Problem) und Willensfreiheit wichtige Konsequenzen für die Berufspraxis von Psychotherapeuten, Ärzten und Richtern haben könnten. Die Items wurden thematisch gruppiert und mit Cluster- und Faktorenanalysen untersucht. Wichtige Konzepte sind u.a. Monismus-Dualismus-Komplementarität, Atheismus-Agnostizismus-Deismus-Theismus, Einstellung zu Transzendenz-Immanenz, Selbsteinstufungen der Religiosität und des Interesses an Sinnfragen. Unter den Studierenden der Psychologie zeigten sich nur wenige Unterschiede zwischen Männern und Frauen, ersten und mittleren Semestern. Deutliche Unterschiede bestehen, vor allem in der Religiosität, zwischen Studierenden in den alten und den neuen Bundesländern. Die Datenbasis ermöglicht, nach Gewichtungen und Kontrollen, quasi-repräsentative Aussagen über wichtige Komponenten des Menschenbildes der Studienanfänger der Psychologie und lässt charakteristische Unterschiede zu den Studierenden von Naturwissenschaften erkennen. Der verwendete Fragebogen (bzw. eine revidierte Fassung) kann auch als didaktisches Hilfsmittel dienen, um in Lehrveranstaltungen auf die unterschiedlichen Auffassungen und auf deren mögliche Bedeutung für die Theorie und Praxis der Psychologie aufmerksam zu machen.
Assumptions about human nature engage the domain of philosophy as a long established matter of discourse. In contrast, comparatively little is known about such assumptions from the view point of differential psychology. First year psychology students appear to be a particularly suitable population for such investigation. Their choice of study and intended later profession is probably guided by their interest in human affairs (and concepts relating to the self and the meaning of life). A 64-item questionnaire was developed, comprising items and rating scales, as well as a number of trilemmata including topics such as brain and consciousness (mind-body), free will, assumptions on evolution or creation of mankind, concepts of god, religion and meaning of life, theodicy, morality, and pluralism. Data were gathered from 800 students in Germany (East and West), the majority of which (n = 563) were psychology students, and from students of philosophy, theology, humanities, and science. The majority of participants were convinced that philosophical preconceptions on mind-body and free will could have important practical implications for the way in which psychotherapists, doctors or judges exercise their profession. Categorization of item content, factor and cluster analyses were applied for structuring the broad spectrum of item responses. To this end the following concepts proved useful: concepts of monism-dualism-complementary, atheism-agnosticism-deism-theism, attitude toward transcendence-imma-nence, and the self-ratings of religiosity and interest in meaning of life. There was little difference among psychology students in gender, first or second year. Substantial differences were however evident with respect to religious beliefs between students from West and East Germany. Quasi-representative findings on the distribution of such assumptions about human nature as viewed by first year psychology students were obtained by a weighting procedure. Statistical tests revealed differences between students from psychology and natural science. The questionnaire may be useful as an accessory (teaching aid) because students are thus encouraged to reflect on their own assumptions about human nature and the potential implications of these in professional psychology.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/432
Enthalten in den Sammlungen:Forschungsberichte des Psychologischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
PsyDok

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