Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/438
Titel: Einflussfaktoren auf Jean-Jacques Rousseaus Entwicklungstheorie
Sonstige Titel: Factors that influenced Jean-Jacques Rousseau's developmental theory
Autor(en): Kathola, Alain Mupungu Gyshiwu
Erscheinungsdatum: 2002
Zusammenfassung: Jean-Jacques Rousseaus 1762 nach achtjähriger Arbeit erschienenes Werk: "Emil oder über die Erziehung" löste große Aufregung in der Epoche aus. Es schien, als habe der pädagogische Reformator eine Art "Bibel" der modernen Pädagogik geschaffen, deren Inhalte sich mit großer Schnelligkeit in ganz Europa verbreiteten. Aber sowohl die Kirche als auch der Staat übten starke Kritik an diesem Werk und ließen es öffentlich zerreißen und verbrennen, denn Rousseau brach mit der damaligen Tradition. Man nahm "Emil" als Provokation auf und fühlte sich durch Rousseau angegriffen, wenn er forderte, dass man das Gegenteil vom Üblichen tun solle. Mit der "idealen" Figur des Emil demonstrierte Rousseau, dass es möglich sei, einen Naturmenschen ohne Kontakt zur Außenwelt und Zivilisation heranzubilden. Die Arbeit setzt sich mit Hilfe der hermeneutischen Methode mit den Einflussfaktoren auf Jean-Jacques Rousseaus Entwicklungstheorie auseinander. Dabei stellt sie seine Entwicklungstheorie anhand seines Werkes "Emil oder über die Erziehung" dar, erläutert diese und arbeitet die wichtigsten Einflussfaktoren auf dieses Werk heraus. Vor diesem Hintergrund werden aus unterschiedlichen Bereichen seines Lebens und seiner Gedanken alle möglichen Einflüsse erarbeitet, die ihn geprägt haben. Rousseaus Weltanschauung kann sich einerseits als Produkt seiner Erfahrungen definieren, andererseits muss aber mit Nachdruck artikuliert werden, dass Rousseau nicht nur seinen Kopf gebraucht hatte, sondern auch seinem Herzen folgte. Rousseau interessierte sich gerade für die Erziehung, um sein Menschenbild zu präsentieren. Er wollte u. a. durch sein Werk "Emil oder über die Erziehung" aus pädagogischer Sicht zeigen, wie unnötige Probleme und Schwierigkeiten auf der Welt aufgrund einer nicht geeigneten Erziehung entstehen können. Das Menschenbild, das wir uns selbst schaffen und später kritisieren, muss verändert bzw. modifiziert werden, indem wir von Beginn an den natürlichen Weg wählen, wie Rousseau uns in "Emil" empfiehlt. Es sollte außerdem nicht von den Schwächen des Menschen profitiert werden, damit er nicht von seinem natürlichen Wesen bewusst und frühzeitig abgelenkt wird. D.h. er darf nicht manipuliert werden. Die Erziehung ist nicht nur dazu da zu intervenieren, wenn es vielleicht zu spät ist, sondern auch dazu, alle möglichen präventiven Maßnahmen zu treffen, um die Menschen vor jedem Ablenkungsmanöver anderer Menschen zu schützen. Das geschieht durch eine naturgemäße Erziehung. Die Arbeit präsentiert und erläutert Rousseaus Entwicklungstheorie mit Bezug auf verschiedene Erziehungsgrundlagen in den unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Zu diesen Grundlagen gehört z.B. die Tatsache, dass in der frühen Kindheit die Sinne geschult und Gewohnheiten vermieden werden müssen und dass Bewegung und Natürlichkeit wichtige Erziehungsnormen darstellen. In späteren Phasen dagegen ist es wichtiger, durch Anschauung und am Modell zu lernen, indem authentische Lernsituationen geschaffen werden oder vorliegen. Das Kind lernt durch Fehler und sein innerer Antrieb ist seine Lernmotivation. In der Jugendzeit muss der Erzieher eine Vertrauensperson werden, die dem jungen Menschen auf positive Art dabei hilft, z.B. die Leidenschaften zurückzuhalten. Erst dann kann ein erster Kontakt mit Menschen in der Gesellschaft stattfinden. Aber die Entwicklung ist dem Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft ausgesetzt. Auch die Erziehung der Mädchen findet in Rousseaus Entwicklungstheorie Beachtung. Allerdings sollten sich diese z.B. schon frühzeitig an Zwang gewöhnen, zur Religion erzogen werden und die Mutter als Vorbild nehmen. Außerdem werden die Faktoren aufgezeigt, die seine Theorie beeinflusst haben. Dazu gehören auch Rousseaus persönliche Erfahrungen sowie bemerkenswerte Persönlichkeiten und Personen wie John Locke, Madame Francoise — Louise de Warens oder Thérèse Levasseur, die eine entscheidende Rolle in Rousseaus Leben gespielt haben. Besonderes Gewicht wird dabei auf biographische, zeitgenössische, religiöse bzw. philosophische und medizinische Faktoren gelegt. Neben der Kritik an Rousseaus Entwicklungstheorie im Hinblick auf die heutige Zeit zeigt die Arbeit am Ende eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse auf.
In 1762, after eight years of work, Jean-Jacques Rousseau published his book: "Emile: or, on Education", which caused a lot of indignation in his era. It seemed as if the educational reformer would have created a kind of "bible' of modern education, and its ideas quickly spread all over Europe. However, both church and state criticized the book harshly and commanded to shred and burn the book. Their main allegation was that Rousseau broke up with the tradition of their time. They perceived "Emile' as an affront and felt attacked by his call to do the opposite of the usual. By introducing the idealized character of Emile, Rousseau demonstrated that it would be possible to raise humans without having contact to the external world or to civilization. Using hermeneutics as a methodological approach, the work presented here investigates the factors that influenced Jean-Jacques Rousseau's developmental theory. In doing that, this work presents Rousseau's developmental theory by referring to his book "Emile: or, on Education' and tries to reveal the most important factors contributing to its development. Against this background, the book compiles a number of possible factors that influenced Rousseau in different aspects of his life and thoughts. That way, Rousseau's weltanschauung on the one hand can be defined as a product of his experiences, but on the other hand it has to be noted that Rousseau did not only follow his thoughts but also his heart. His particular interest in education was driven by his desire to present his idea of man. Amongst others, in "Emile: or, on Education' he aimed to demonstrate from an educational perspective how dispensable problems and troubles in the world can emerge because of inadequate education. As Rousseau recommends in "Emile', we need to refine and modify the idea of man that we create and later criticize ourselves by taking a natural way as a foundation. Further, nobody should benefit from the shortcomings of man because nobody should intentionally distract others from their nature. I.e., nobody is allowed to be manipulated. The task of education is not only to intervene (when it might already be too late), but also to take all possible measures to protect man from every red herring undertaken by other individuals. This is what is on the heart of natural education. This work presents and elaborates on Rousseau's developmental theory with respect to several foundations of education in different developmental stages. For example, one part of these foundations is the fact that in early childhood, education needs to train the children's senses, to avoid habits and to set activity and nativeness as educational norms. However, in later phases it is more important to learn by observation and modelling through establishing authentic learning situations. The child learns by failure and learning motivation acts as an inner drive. During adolescence, the educator needs to become a trusted person supporting the adolescent in a number of ways, for example in withholding fervour. Only then, the adolescent is ready for a first encounter with members of the society. However, development finds itself in an area of conflict between individual and society. In his developmental theory, Rousseau also takes account of girls' education. However, girls ought early-on to get used to the restraint to be educated in religion and to view themselves as future mothers. Moreover, this work tries to identify the factors that influenced Rousseau's theory. Beyond personal experiences, noteworthy persons like John Locke, Madame Francoise-Louise de Warens or Thérèse Levasseur played important roles in Rousseau's life. A special focus lies on biographical, contemporary, religious resp. philosophical and medical factors. In the end, the work reported here criticizes Rousseau's developmental theory with respect to the modern age and gives a summary of the most important results.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/438
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