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Titel: Zum Erleben der Mutterschaft von Frauen, die in ihrer Kindheit und Jugend sexuelle Gewalt erlebt haben - Gespräche mit Betroffenen
Autor(en): Eckhoff, Kerstin
Erscheinungsdatum: 2007
Zusammenfassung: Wie erleben Frauen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erleiden mussten, eine spätere Mutterschaft? Mit dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Forschungsarbeit. Der Gedanke, dass dauerhafte Folgen sexueller Traumatisierungen die spätere Mutterschaft Betroffener beeinflussen, liegt nahe. Wie der Theorieteil zeigt, gibt es in diesem Zusammenhang bereits Untersuchungen zu Schwangerschaft, Geburt und Säuglingszeit. Wie es den Betroffenen jedoch in den folgenden Jahren der Mutterschaft ergeht, ist bisher keineswegs umfassend beforscht worden. Die vorliegende Diplomarbeit beforscht diesen Themenbereich anhand von neun Gesprächen mit Betroffenen, die nach der Methode "das Persönliche Gespräch" von Langer geführt und ausgewertet wurden. Die so gewonnenen Erkenntnisse bestätigen bereits bestehende Forschungsergebnisse, machen aber gleichzeitig die Vielfalt an möglichen Auswirkungen auf eine spätere Mutterschaft deutlich. Die tiefgreifenden, weitreichenden, vielfältigen und interindividuell unterschiedlichen Folgen können sich auf alle Aspekte des Mutterseins beziehen. Um nur einige zu nennen, können bereits Schwangerschaft und Geburt anders erlebt werden, Bindung und körperliche Beziehung können beeinträchtigt sein, oder auch als besonders schön erlebt werden. Es kann schwierig sein, Zugang zur Liebe für die Kinder zu bekommen, so dass Aggressionen und Gewalt die Folge sein können. Es kann jedoch auch eine besonders symbiotische, enge Beziehung zu den Kindern aufgebaut werden, so dass die Loslösung große Schwierigkeiten mit sich bringen kann. Die Pubertät der Kinder kann als Machtverlust und Bedrohung erlebt werden, Ängste auslösen und die Loslösung der Kinder als besonders schmerzvoll erlebt werden. Frauen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erlebt haben, leben in großer Sorge, dass ihren Kindern ähnliches widerfahren könnte. Kinder können einerseits das Leid der eigenen Kindheit wieder in Erinnerung bringen, und gleichzeitig eine wichtige Ressource zur Bewältigung des Traumas darstellen.
How do women, who suffered sexual abuse during their childhood or adolescence, experience motherhood? This is the subject of this research paper. It would appear obvious that long-term effects of sexual trauma should also have an impact on later motherhood. The theoretical chapter examines the existing research on how child sexual abuse victims may experience pregnancy, birth and early motherhood. It is apparent, that literature about the effects of child sexual abuse on later motherhood is not extensive. This is the subject of the present thesis, based on interviews with nine women, who relate their personal experiences. The specific method of qualitative psychological research used by the author, has been developed by Langer and is known as "das Persönliche Gespräch' (the personal narrative). The findings consolidate existing research results, as well as revealing the diversity and intensity of possible effects, child sexual abuse may have on later motherhood. The impact is extensive as well as profound and may affect all aspects of motherhood. The experience of pregnancy and birth for these women is often different to that experienced by non-victimized women. Attachment and physical relationship between mother and child may both be damaged, or the mother may find this experience comforting and beneficial. It is also possible that these mothers have a difficulty feeling love for their children. Aggression and violence towards the children may be the result. Victims of child sexual abuse may have an exceptionally symbiotic and close relationship to their children. This in return may be followed by great difficulties with the process of disengagement. Women who suffered child sexual abuse appear to be very anxious, that their children will also be victims of sexual abuse. The children's adolescence may be considered threatening, causing anxiety or inducing a feeling of loss of power in the mother. The process of disengagement may be extremely painful for these mothers. Having children may trigger painful memories but can at the same time be an important resource helping to overcome trauma.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/484
ISBN: 978-3-639-09023-9
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