Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/516
Titel: Trauma und Bewältigungsmöglichkeiten - Eine subjektwissenschaftliche Untersuchung von Ressourcen in Flüchtlingsbiographien
Sonstige Titel: Trauma and coping potentials - A subject-scientific study of resources in the biographies of refugees
Autor(en): Schriefers, Silvia
Erscheinungsdatum: 2007
Zusammenfassung: Vor dem Hintergrund der steigenden aufenthaltsrechtlichen Relevanz der Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung bei Flüchtlingen, nehmen Diagnostik und Begutachtung in der psychosozialen Berufspraxis einen immer größer werdenden Tätigkeitsbereich ein. In dieser Situation, in der die Leidenserfahrungen und Beeinträchtigungen der Flüchtlinge zunehmend akzentuiert werden müssen, drohen ihre Ressourcen und Bewältigungsmöglichkeiten aus dem Blickfeld zu geraten. Diesen Sachverhalt aufgreifend, befasst sich die hier vorgestellte Forschungsarbeit mit der Fragestellung, wie Flüchtlinge die traumatischen Erfahrungen von Krieg, politisch motivierter Gewalt und Leben im Exil bewältigen und welche Ressourcen von ihnen dabei als hilfreich erlebt werden. Anhand von vier qualitativen Interviews werden in der Untersuchung mittels eines biographieanalytischen Vorgehens die Bewältigungsprozesse rekonstruiert sowie die in diesem Zusammenhang erfahrenen Handlungsmöglichkeiten und —behinderungen herausgearbeitet. Dabei erweist sich die Verfügbarkeit von Ressourcen für die Bewältigung der extremen Belastungssituationen als von grundlegender Bedeutung. Ressourcen dienen der Erhaltung bzw. Erweiterung eigener Handlungsmöglichkeiten und können angesichts restriktiver Lebensbedingungen kompensatorische Wirkung haben. Sie bewahren so vor einer Wiederholung traumarelevanter Erfahrungen, die sich u.a. in dem Erleben von Ausgeliefertsein und Hilflosigkeit manifestieren. Als zentrale Kategorien der Bewältigung stellen sich die ökonomischen, kulturellen und sozialen Ressourcen, die politische Aktivität, die Verstehbarkeit der Erfahrung sowie im allgemeineren Sinne das Erleben individueller Kontrolle und Einflussnahme dar. Die Untersuchung verdeutlicht die Rolle und die Wirkungsweisen von Ressourcen im Prozess der Bewältigung traumatischer Erfahrungen und belastender Lebensumstände. Die restriktiven Bedingungen im Exil, mit denen die Flüchtlinge konfrontiert sind, gestalten sich als deutliche Bewältigungshindernisse. Daraus resultiert die Notwendigkeit der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und der Stärkung ihrer Verfügungsmöglichkeiten über Ressourcen.
Due to restrictions of residence rights for refugees the diagnosis of a posttraumatic stress disorder is of increasing relevance to health professionals. This causes a situation where in the context of psychosocial work not the strengths of the individuals are emphasized but the suffering and impairments have to be increasingly focused on. As a result the resources of refugees as well as their coping potentials disappear out of perspective. Therefore this study deals with the question how refugees master the traumatic experiences of war, political motivated violence and life in exile and concentrates on the resources that have a beneficial effect. On the basis of four qualitative interviews the biographic analysis pursues to reconstruct the processes of coping and explores the involving facilities or hindrances. The availability of resources proves to have a constitutive impact. Resources help to preserve and develop autonomy and ability to act. They can also be of compensatory effect in the face of restrictive living conditions. Resources are a preventative factor when it comes to repeating traumatic experiences and to manifestation of experiences of being helpless and exposed. Central for coping in stress situations are economical, cultural and social resources, the political activity, the comprehensibility of the traumatic experience as such as well as in a more general sense the exercising of personal control and influence. The study emphasizes on the potential and impact of resources in the process of coping with the traumatic experiences and incriminating living circumstances. The restrictive terms of exile emerge as considerable coping hindrances for refugees. The findings of the study refer to the need of improvement in living conditions and of obtaining access to resources.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/516
ISBN: 978-3-8364-5138-3
Enthalten in den Sammlungen:PsyDok

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