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Titel: Psychologische Faktoren der Steuergerechtigkeit.
Autor(en): Porschke, C.
Witte, E.H.
Erscheinungsdatum: 2001
Serie/Report Nr.: Hamburger Forschungsberichte zur Sozialpsychologie;33
Zusammenfassung: Die Wirtschaftswissenschaften betrachten Probleme der Steuergerechtigkeit vor allem unter Aspekten des Trade-off zwischen "equity" und "efficiency". Dabei werden psychologische Faktoren weitgehend unberücksichtigt gelassen. Psychologische Arbeiten zur Gerechtigkeit jedoch befassen sich in der Regel nur mit der Verteilung positiver, selten aber mit der Verteilung negativer Güter. Aus dieser Perspektive stellt die Perzeption von Steuern grundsätzlich etwas Besonderes dar. Die Literatur zur Motivation der Steuerhinterziehung und zu sozialen Dilemmata legt den Gedanken nahe, dass zur Vorhersage subjektiv erlebter Steuergerechtigkeit die gängigen Gerechtigkeitstheorien nicht ausreichen: Es lässt sich nicht allein durch Equity- und Mehr-Prinzipien-Ansätze erklären, warum und unter welchen Umständen Menschen Steuern als gerecht empfinden. Es bedarf offensichtlich der Berücksichtigung weiterer Aspekte aus den Bereichen des prosozialen Handelns, der Ethik , der sozialen Integration und angrenzenden Problemkreisen. In der vorliegenden Untersuchung ist ein erster Schritt in diese Richtung unternommen worden. Hierzu wurde in einem varianzanalytischen 3x2x2 Design eine Auswahl von Variablen mit Hilfe eines Ensembles von Szenarien systematisch variiert. Es zeigt sich, dass in der Bevölkerung kein konsistentes Konzept zu Steuern verankert ist, dass Steuern eher als Last empfunden werden, dass die steuerpolitische Lage keinen Einfluss auf die soziale Integration einer Person hat und dass es zur Rechtfertigung höherer Steuern vor allem auf eine utilitaristische und deontologische Argumentation ankommt, bei der die Hilfeleistung positiv besetzt wird.
Thinking about taxes and justice, economists focus on the trade-off-relationship between equity and efficiency and tend to neglect psychological aspects. Psychologists on the other hand usually only deal with the distribution of positive goods, neglecting the distribution of negative goods. From this point of view taxes are something special. It can be seen from the literature on tax evasion and social dilemmas that the commonly used theories of justice and injustice (principles like equity, equality and need) are not a sufficient explanation for people's feelings about taxes and justice.It seems to be necessary also to regard aspects which are dealt with in prosocial behaviour, ethics, social integration etc. We tried to integrate these different aspects by applying an variance-analytical 3x2x2 design. The variables were systematically changed in different scenarios. It can be seen from the results that people have no consistent attitudes toward taxes, that they think negatively of taxes, that their tax and financial status has no influence on their social integration and that higher taxes could only be employed successfully by using utilitarian and deontological arguments and thereby pointing out that this kind of prosocial behaviour is something useful.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/524
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