Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/558
Titel: Mehrwertsteuererhöhung: Eine wirtschaftspsychologische Analyse ihrer Wirkung
Sonstige Titel: A rise in VAT: An economic psychological analysis of its impact
Autor(en): Witte, Erich H.
van Quaquebeke, Niels
Mölders, Christina
Erscheinungsdatum: 2005
Serie/Report Nr.: Hamburger Forschungsberichte zur Sozialpsychologie;59
Zusammenfassung: Mehrwertsteuererhöhungen werden in wirtschaftlichen Kreisen normalerweise als Konsumhemmer und damit als schädlich für die Binnenkonjunktur angesehen. Um diesen Sachverhalt wirtschaftspsychologisch zu betrachten, wurden zwei Studien (online, n = 929, und offline, n = 405) durchgeführt. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine Mehrwertsteueranhebung durch die Befragten in der Tat erst einmal als konsumeinschränkend eingeschätzt wird. Bei der nachfolgend eingesetzten experimentellen Szenariotechnik (16% vs. 19% MwSt. & unsichere vs. sichere Renten & 11% vs. 6% Arbeitslosigkeit) ergab sich jedoch, dass eine Mehrwertsteueranhebung allein den Konsum im Vergleich zur jetzigen Situation kaum beeinflussen würde. Wurde hingegen die Anhebung der MwSt. mit einer Verbesserung in den anderen experimentell manipulierten sozialpolitischen Unsicherheits-Faktoren kombiniert (gemeinsame Salienz), stellte sich ein selbst eingeschätzter Konsumzuwachs ein. Eine substantielle Moderation durch weitere Faktoren wie etwa Alter, Geschlecht, Einkommen oder Ost-West-Vergleich konnte nicht nachgewiesen werden. Diese Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass die Diskussion um eine mögliche Anhebung der Mehrwertsteuer wichtige Zusammenhänge missachtet. Durch eine Unsicherheitsreduktion in der Bevölkerung dürfte sogar eine Mehrwertsteuer-Anhebung ein belebendes Potential für den Binnenmarkt entfalten können.
An increase in the value added tax rate is usually thought of as reducing the consumer spending thereby damaging the domestic market. To check on these assumptions we undertook two studies (online, n = 929, and offline, n = 405) based on the principles of Economic Psychology. It is shown that an increase in VAT does indeed lead customers to think that they will consume less. However, in a subsequent experiment using scenario technique (16% vs. 19% VAT & unreliable vs. reliable pensions & 11% vs. 6% unemployment rate) we found evidence that a rise in VAT alone would not change consumer spending compared to these days' conditions. By combining the rise with an improvement in the other experimental factors related to economic uncertainty (conjoint salience) we could even make out an increase in self-rated consumption. A substantial impact of other possible moderators (e.g. age, sex, income, East-West Germans) could not be detected. These results indicate that the debate concerning a possible increase of VAT in Germany leaves crucial factors unaccounted for. Interestingly by reducing uncertainty in the populace an increase in VAT can even stimulate consumption in the domestic market.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/558
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