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Titel: Kollektivismus, Individualismus und Persönlichkeit als Prädiktoren von Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung - Ein Kulturvergleich zwischen deutschen und chinesischen Studierenden
Autor(en): Schmahl, Anne
Erscheinungsdatum: 2007
Zusammenfassung: Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit einem Kulturvergleich zwischen deutschen (n=103) und chinesischen Studierenden (n=98) bezüglich ihrer Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung. Als Prädiktoren der Einstellungen wurden hierbei zum einen die kulturelle Dimension Individualismus-Kollektivismus nach Hofstede (2005) und zum anderen das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit (FFM) herangezogen. Der Einfluss der Persönlichkeit auf die Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung wurde sowohl kulturabhängig als auch kulturunabhängig untersucht. Ferner wurden demografische Daten wie Alter, Geschlecht und Erfahrungen mit psychologischer Beratung analysiert. Als theoretischer Hintergrund der Arbeit diente die Fünf-Faktoren-Theorie (FFT) nach McCrae und Costa (1997, 1999). Nach diesem Modell sind die Kultur und die Persönlichkeit unabhängig voneinander und determinieren zusammen so genannte characteristic adaptions (Selbstkonzept, Sprache, etc.) zu denen auch die Einstellungen gehören. Verschiedene Forscher (z.B. Masuda & Suzumura, 2005; Zhang & Dixon, 2003) haben kulturvergleichend die Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung untersucht. Die Majorität der Wissenschaftler (z.B. Masuda & Suzumura, 2005; Tata & Leong, 1994) hat dabei herausgefunden, dass Kaukasier positivere Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung haben als Asiaten. In der vorliegenden Studie wird ebenfalls hypothetisiert, dass Chinesen aufgrund ihrer kollektivistischen Kultur negativere Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung haben als Deutsche. Aufgrund mangelnder Studien bezüglich des Einflusses der Persönlichkeit auf Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung wurde dieser explorativ untersucht. Mittels einfaktorieller und zweifaktorieller multivariater Varianzanalysen konnte kein signifikanter Haupteffekt zwischen den Nationalitäten hinsichtlich der Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung nachgewiesen werden. Eine Auspartialisierung der Nationalität konnte einen moderaten Zusammenhang zwischen dem Alter und den Einstellungen bestätigen. Ferner konnte ein signifikanter Haupteffekt zwischen dem Geschlecht sowie bereits gemachter Erfahrungen bezüglich der Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung nachgewiesen werden. Anhand hierarchischer Regressionsanalysen konnte ebenfalls belegt werden, dass die kulturelle Orientierung bzw. die Nationalität keinen signifikanten Einfluss auf die Einstellungen gegenüber psychologischer Beratung haben, wohl aber die Persönlichkeitsdimensionen Offenheit für neue Erfahrungen und Verträglichkeit. Aus den Ergebnissen heraus werden Implikationen für die kulturvergleichende Einstellungsforschung, die Rolle der Persönlichkeit hierbei und die Praxis abgeleitet.
The present thesis deals with a cultural comparison between German (n=103) and Chinese college students (n=98) with regard to attitudes toward counseling. As predictors of attitudes toward counseling, the cultural dimension of Individualism-Collectivism by Hofstede (2005) and the Five Factor Model of personality (FFM) were referenced. The influence of personality on attitudes toward counseling was examined with respect to culture as well as irrespective of culture. Furthermore, demographic data such as age, gender and previous experience with counseling were analyzed. The Five Factor Theory (FFT) by McCrae and Costa (1997, 1999) served as a theoretical background. According to this model, culture and personality are independent of one another and collectively determine so-called characteristic adaptations, to which attitudes belong. Different researchers (e.g. Masuda & Suzumura, 2005; Zhang & Dixon, 2003) have comparatively investigated cultural attitudes toward counseling. The majority of scientists (e.g. Masuda & Suzumura, 2005; Tata & Leong, 1994) have thereby discovered that Caucasians have more positive attitudes toward counseling than Asians. Due to a lack of studies involving the influence of personality on attitudes toward counseling, this was exploratively examined. By means of one- and two-factorial multivariate variance analysis, no significant main effect could be demonstrated between nationalities regarding attitudes toward counseling. A second order partial correlation of nationality and gender confirmed a moderate interrelation between age and attitudes and warrants further exploration. Moreover, a significant main effect was detected between gender as well as previous experience with respect to attitudes. Using hierarchical regression analysis, it was documented that cultural orientation and nationality respectively have no significant influence on attitudes toward counseling, while the personality dimensions of openness to experience and agreeableness do. From these results, implications are derived for cross — cultural attitude research, the role of personality thereby and implications for practice.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/645
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