Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/649
Titel: Die Freiburger Beschwerdenliste FBL - Gruppenvergleiche und andere Studien zur Validität
Autor(en): Fahrenberg, Jochen
Hampel, Rainer
Erscheinungsdatum: 1982
Zusammenfassung: Während der letzten Jahre sind mehrere Fragebogen entwickelt worden, um körperliche Beschwerden zu erfassen (Übersicht s. Baumann und Stieglitz 1980, Fahrenberg 1975, 1982). Diese Fragebogen unterscheiden sich u.a. im Spektrum der berücksichtigten Beschwerden, in der Anzahl und Formulierung der Items und in den Antwortkategorien. Offensichtlich sind diese Fragebogen auch zu verschiedenen Zwecken konstruiert worden: als Hilfsmittel der Individualdiagnostik, als mögliches Screeningverfahren, als Methode epidemiologischer Untersuchungen mit psychopathologisch-psychosomatischer Fragestellung, als spezielles Instrument für typische Beschwerden bei bestimmten Krankheitsbildern, als einfache Methode zur medizinischen Basisdokumentation anamnestischer Daten, als psychologischer Test zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen wie "Nervosität" und "Klagsamkeit". Trotz der zunehmenden Anwendung dieser Instrumente existieren noch verhältnismäßig wenig Studien, welche ihren Gültigkeitsbereich und Nutzen genauer erkennen lassen und die Interpretation individueller Unterschiede auf Item- und Skalen-Ebene erleichtern. Es ist anzunehmen, daß die individuellen Aussagen über aktuelle körperliche Beschwerden vielfältig beeinflußt sind: durch einen u.U. objektivierbaren körperlichen Befund, durch den Prozeß der Selbstwahrnehmung und den Prozeß der subjektiven Kausalattribution dieser Körperwahrnehmungen, durch individuelles Körperschema und vorhandene Krankheitskonzepte, durch Lebensalter, Geschlecht und Schichtzugehörigkeit, durch habituelle Persönlichkeitsmerkmale wie Emotionale Labilität und "Klagsamkeit" und durch aktuelle Bedingungen innerer und äußerer Art einschließlich der Einflüsse von Erhebungsmethoden, Erhebungssituationen, institutionellen Bedingungen sowie von dem expliziten Zweck der Erhebung. Die direkte Interpretation einer körperlichen Beschwerde als Ausdruck eines manifesten körperlichen Befundes kann ebenso irreführend sein wie eine nur psychologische Interpretation, welche primär die Kommunikationsweise oder eventuelle symbolisch-psychosomatische Bedeutung beachtet. Das große Kapitel der Fehldiagnosen liefert reichliche Belege für Fehler beider Art. Wünschenswert sind deshalb differenziertere Untersuchungen über körperliche Beschwerden, um zu klären, ob systematische Effekte nachzuweisen sind, welche über die Kasuistik hinausführen. Fragebogenstudien können hier nützlich sein, obwohl sie selbstverständlich nur eine sehr beschränkte Aussagekraft haben. Die Freiburger Beschwerdenliste FBL ist weder für die individuelle Anamneseerhebung noch (in ihrer Gesamtform mit 78 Items) für Screening- oder Umfrage-Zwecke entwickelt worden, sondern für einige Fragestellungen der Persönlichkeitsforschung und der psychosomatischen Forschung, hauptsächlich als relativ differenziertes Hilfsmittel zur Beschreibung und zum Vergleich von Gruppen im Quer- und Längsschnitt. Die FBL berücksichtigt deshalb ein breites Spektrum von körperlichen Beschwerden: 1. Allgemeinbefinden, 2, Emotionale Reaktivität, 3. Herz-Kreislauf, 4. Magen-Darm, 5. Kopf-Hals-Reizsyndrom, 6. Anspannung, 7. Sensorik, 8. Schmerz, 9. Motorik, 10, Haut, sowie FBL-11 als Beschwerden-Summe. Bei der Skalenbildung wurden solche inhaltlichen Gesichtspunkte, die Ergebnisse von Faktorenanalysen und die wünschenswerte Reliabilität bzw. Skalenlänge bedacht. Aus dem inzwischen vorliegenden Material aus verschiedenen Untersuchungen sollen hier Stabilitätskoeffizienten, einige Gruppenvergleiche, Clusteranalysen und Korrelationen berichtet und ergänzende Befunde zur Frage der Interpretationsgültigkeit mitgeteilt werden.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/649
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