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Titel: Strategische Entscheidungskalküle und Gerechtigkeitsurteile bei der Lösung globaler Kooperationsaufgaben zum Klimaschutz : eine Projektskizze
Autor(en): Ittner, Heidi
Ohl, Cornelia
Erscheinungsdatum: 2003
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"; 155
Zusammenfassung: Die Analyse, wie Gerechtigkeitsurteile und strategische Kalküle zusammenwirken, ist in der internationalen (Umwelt-)Politik von höchster Relevanz. Das zeigt sich gerade bei der Thematik des Klimawandels: Die Diffusion der Treibhausgase in der Erdatmosphäre und die dadurch induzierten Umweltschäden konfrontieren uns mit Problemen, die wegen ihres globalen Ausmaßes sowohl nationale Zugeständnisse als auch internationale Kooperationen erfordern. Aus strategischer Sicht ist es dabei für jeden einzelnen Staat attraktiv, wenn sich andere Länder für den Klimaschutz engagieren und der eigene Staat, ohne einen nationalen Beitrag zu leisten, als Freifahrer (Free-rider) von den umweltschützenden Maßnahmen der anderen Länder profitiert. Ein solches Verhalten kollidiert jedoch mit moralischen Werten, insbesondere Gerechtigkeitsmotiven in der Gesellschaft, und kann deshalb bei der Bewertung umweltpolitischer Handlungsalternativen einen Zwiespalt hervorrufen: Soll die aus strategischer Sicht günstigste Alternative (die Freifahreroption) bevorzugt oder aus Gerechtigkeitsüberlegungen heraus eine nationale Verpflichtung zum Klimaschutz eingegangen werden? Im Mittelpunkt des fächerübergreifenden Forschungsvorhabens von Psychologie und Ökonomie steht deshalb die Interaktion des Gerechtigkeitsmotivs und entsprechender kognitiver und emotionaler Gerechtigkeitsurteile mit rein eigennützigen Entscheidungskalkülen, die sich auf die Mehrung der nationalen Wohlfahrt richten. Mit einem eigenen, eng verzahnten Forschungsansatz soll erstens die subjektive Sicht und Handlungsrelevanz von Eigennutzen und die vorherrschenden Gerechtigkeitsurteile mit den empirischen Methoden der Psychologie untersucht und dann in einen ökonomischen, spieltheoretischen Modellzusammenhang gestellt werden. Dadurch sollen zweitens Erkenntnisse über die Interaktion von Eigennutzen und Gerechtigkeitsurteilen und die zu erwartende Kooperationswirkung gewonnen werden, um zu realitätsnahen Prognosen über das Akteursverhalten beim Klimaschutz zu kommen. Aus den theoretischen und empirischen Erkenntnissen über diese Interaktion sollen drittens Rahmenbedingungen identifiziert und umweltpolitische Handlungsstrategien abgeleitet werden, um die beim Klimaschutz angestrebte Kooperation aus Industrie- und Entwicklungsländern zu fördern. Schließlich soll viertens auf einerkontextunabhängigen Ebene ein intensiver Dialog geführt werden, in dem die Vor- und Nachteile eines integrativen Menschenbildes für die fächerübergreifende Umweltforschung sowie die Lösung umweltpolitscher Kooperationsaufgaben im allgemeinen herausgestellt werden.
The analysis of how appraisals of justice and strategic considerations act together is of paramount relevance in interanational (environmental) policy. This can be illustrated on the topic of climate change: The diffusion of greenhouse gases into the earths atmosphere and the thus induced environmental damages confront us with problems which demand both national compromise and international cooperation because of their global dimension. From a strategic point of view, it is attractive for every single state that other countries commit themselves to climate protection whereas the own state - using the free-rider-strategy - benefits from climate-protective measures of other countries, without making any national contribution. Such a behaviour, however, clashes with moral values, especially with justice motives in society and may therefor lead to doubts concerning the own alternatives in environmental policy: Should free-riding be preferred - from the strategic point of view - or rather, out of justice considerations, national commitments to contribute to global climate protection? Therefor, the crucial point of the interdisciplinary research project of psychology and economics is: the interaction between the subjective justice motive and its corresponding cognitive and emotional appraisals on the one hand and on the other hand the purely slefish oriented decision making aiming at the increase of national welfare. With an own strongly linked research approach, firstly, the subjective appraisals of justice as well as of self-interest and their relevance for political bargaining are analysed with the emprical methods of psychology. Then the results are implemented in an economic, game-theoretical model. Secondly, insights about the interaction of self-interests and justice appraisals and their influence on cooperation can be gained in order to enhance the predictive validity of behaviour models in the field of climate protection. Thirdly, from these theoretical and empirical insights we want to identify basic strategies relating to environmental policy in order to promote the cooperation between the industrialized and developing countries with regard to climate protection. Finally, on an abstract level an intensive dialogue is conducted, in which the advantages and disadvantages of an integrative, more philosophical point of view are exposed for the interdisciplinary environmental research als well as for the solutions of cooperation-tasks in general.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/67
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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