Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/675
Titel: Über den Egozentrismus des Kindes
Autor(en): Montada, Leo
Erscheinungsdatum: 1968
Zusammenfassung: Die vorliegende Arbeit fragt nach dem Wesen und der Entstehung einer charakteristischen Reaktion des 5- bis 8jährigen Kindes, welche Piaget mit dem Begriff des Egozentrismus" gekennzeichnet hat. Es handelt sich dabei um eine Problemlösung, welche im Sinne des erwachsenen Denkens ungenügend ist. Ihr Ungenügen ist jedoch besonderer Art: Sie stellt nicht einfach ein Versagen und Nichtreagierenkönnen des Kindes vor einer neuen Aufgabe dar, sondern sie teilt mit den richtigen Antworten ihre Bestimmtheit. Das heißt mit anderen Worten, daß sie formuliert werden kann und verstehbar ist. In ihrer positiven Bestimmtheit interessiert sie den Entwicklungspsychologen: Hier scheint eine Reaktion vorzuliegen, die nicht bloß unzureichend oder falsch, sondern anders als diejenigen des Erwachsenen ist. Dies ist ein Gedanke, den schon Rousseau betont und den Claparede oft wiederholt hat: Das Denken des Kindes besitzt seine funktioneile Autonomie", d. h. seine eigene Gesetzmäßigkeit und innere Kohärenz. Zur Lösung der gestellten Frage nehmen wir unsere Elaborationshypothese auf und untersuchen, ob sie sinnvollerweise auf das Phänomen des Egozentrismus" angewendet werden kann. Es liegt ja in der Tat nahe, sich zu fragen, ob nicht nur richtige Problemlösungen in der Experimentalsituation selbst konzipiert und aufgebaut werden, sondern auch charakteristische Fehllösungen, die damit ebenfalls Züge der aktuellen Elaboration aufweisen. Sollte dies der Fall sein, so erkennt man schon jetzt, daß sich mit dem Verständnis der Entstehung der egozentrischen Reaktion auch dasjenige seines Wesens verändern könnte. Es geht dabei um nichts anderes als die Frage, ob Egozentrismus" als ein grundlegender Zug des kindlichen Seelenlebens und die geistige Entwicklung als Überwindung dieses Egozentrismus verstanden werden müssen. Dies ist über die Frage der Anwendbarkeit der Elaborationshypothese hinaus das tiefere Problem, das dieser Arbeit zugrunde liegt.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/675
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