Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/680
Titel: Auslösung und Dämpfung von Feindseligkeit
Autor(en): Montada, Leo
Erscheinungsdatum: 1988
Zusammenfassung: Auf der Basis einer kognitionspsychologischen Analyse verschiedener aggressionsbezogener Gefühle (z. B. Wut, Ärger, Haß, Neid, Empörung) werden bei Wehrpflichtigen Bedingungen der Entstehung und Dämpfung von Feindseligkeit im Sinne von Haß gegenüber einem Vorgesetzten untersucht. Drei Indikatoren der Feindseligkeit wurden erhoben: (a) positive Gefühle bei einer Schädigung des Vorgesetzten, (b) Häufigkeit unwillkürlich interferierender Schädigungsvorstellungen und (c) eine negative Bewertung des Vorgesetzten. Feindseligkeit wurde im wesentlichen als Funktion von fünf Kernvariablen erwartet: (a) erlebte Beeinträchtigung durch den Vorgesetzten, (b) wahrgenommene Absichtlichkeit der Beeinträchtigung, (c) wahrgenommene Machtlosigkeit gegenüber dem Vorgesetzten, (d) Ablehnung von Rechtfertigungsgründen für das Handeln des Vorgesetzten und (e) Widerstandswille gegenüber diesem. Dämpfende Effekte auf Feindseligkeit sollten erlebte Sicherheit in sozialen Kontexten haben (z. B. Selbstvertrauen, wahrgenommene Unterstützung durch Kameraden oder höhere Vorgesetzte, Gerechtigkeit in der eigenen Einheit) sowie positive Bewertung der Bundeswehr und der Wehrpflicht. Alle Variablen wurden über Fragebogen erhoben. Die Untersuchungsstichprobe bildeten 426 Soldaten aus fünf Ausbildungsquartalen und unterschiedlich, ,harten" Einheiten. Die wesentlichen Ergebnisse waren folgende: Die Kemvariablen wirkten in erwarteter Richtung auf Feindseligkeit. Die Indikatoren für erlebte Sicherheit wirkten insgesamt erwartungsgemäß dämpfend auf Feindseligkeit, was die direkten linearen Effekte anbelangt. Die Moderatoreffekte von Sicherheitsvariablen auf die Beziehung zwischen erlebter Beeinträchtigung und Feindseligkeit waren größtenteils erwartungswidrig: je höher die Sicherheit, um so größer die Effekte erlebter Beeinträchtigung auf Feindseligkeit. Die Validität der Feindseligkeitsmaße wird diskutiert und praktische Schlußfolgerungen gezogen, die die Vermeidung oder Dämpfung von Feindseligkeit betreffen.
Based on a cognitive analysis of different aggression related emotions (e. g. rage, anger, hate, envy, resentment) conditions enhancing or reducing feelings of hostility in the sense of hate of drafted soldiers against one of the senior officers are examined. Three measures of hostility were assessed: (a) positive feelings about the senior officer who had been harmed, (b) frequency of involuntarily interferring thoughts on how to harm the oficer, and (c) negative evaluations of the job Performance of the senior officer. Essentially, hostility was expected to be a function of five core variables: (a) experienced infringement by the senior oficer, (b) perceived intentionality of the infringement, (c) perceived powerlessness toward the senior oficer, (d) rejection of justifying reasons for his behavior, (e) wish to resist the oficer. Calming effects on hostility were expected of perceived security in social contexts for which various indicators were assessed (e. g., self-confidence, perceived support by comrades or higher ranking oficers, belief that justice is done within one's own unit). In addition, calming effects were expected by positive judgements of the armed forces and the Service. All variables were assessed by questionnaires. A sample of 426 soldiers was drawn from five different periods of training and different units with different stressful training conditions. The main results were the following: The core variables had effects on hostility in the expected direction. Also as expected, several indicators of perceived security in social settings were reducing hostüity as far as the direct linear effects are concemed. Most moderator effects of indicators of social security on the effects of experienced infringement on hostüity were contrary to expectations: the higher the perceived security, the greater the effects of experienced infringement on hostüity. Validity of hostüity measures is discussed and practical implications are drawn referring to means and ways of avoiding or reducing feelings of hostility
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/680
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