Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/804
Titel: Wirkung von Freundlichkeit und Argumentgüte auf Leser eines Diskussionsprotokolls. Ein Prozeßmodell
Autor(en): Brandstätter, Hermann
Erscheinungsdatum: 1980
Zusammenfassung: Es wurde die Hypothese geprüft, daß bei guter Qualität der Argumente ein unfreundlicher Diskussionsstil im Vergleich zu einem freundlichen bei Parteigängern des Sprechers einflußfördernd sei. Die experimentelle Anordnung wurde so gestaltet, daß sich ein Pro-Sprecher und ein Contra-Sprecher abwechselnd zu einem kontroversen Antrag äußerten. Infolge einer zweifachen Variation der Argumentgüte (gute/ schlechte Argumente) und einer dreifachen Variation der Freundlichkeit (freundlich/neutral/unfreundlich) des Pro-Sprechers ergaben sich sechs verschiedene experimentelle Konditionen. Die Präferenzverläufe der Beobachter der Diskussion wurden mit Hilfe zweier Prozeßmodelle, des Balkenwaagemodells und des modifizierten proportionalen Distanzmodells, analysiert. Die oben genannte Hypothese mußte aufgrund beider Modelle abgewiesen werden. Entgegen unserer Hypothese ergab sich bei beiden Modellen, daß ein neutraler Diskussionsstil einem emotionalen (freundlichen oder unfreundlichen) Diskussionsstil bei Parteigängern und Gegnern insbesondere dann überlegen ist, wenn die Argumente dieses Sprechers schlecht sind. Zwischen freundlichem und unfreundlichem Diskussionsstil ergab sich in der Wirkung auf die Einstellung von Diskussionsbeobachtern kein Unterschied. Die Prüfung der Güte der Anpassung der beiden Modelle an die tatsächlichen Präferenzverläufe ergab eine Überlegenheit des modifizierten proportionalen Distanzmodells gegenüber dem Balkanwaagemodell.
The hypothesis was tested that an unfriendly Speaker has more influence on observers holding the same position as himself than a friendly Speaker if he uses high quality arguments in a group discussion. «Observers» marked their preferences after each argument given alternately by two Speakers in a controversal discussion. Because of a twofold Variation of the quality of arguments and a threefold Variation of friendliness (unfriendly/neutral/friendly) of the pro-speaker there resulted six experimental conditions. The preferences of the observers were analyzed by two process models: balance sheet model and modified proportional distance model. The hypothesis stated above must be rejected. On the contrary a neutral style proved to be superior to an affective (friendly and unfriendly) style on followers and antagonists expecially when giving weak arguments. Friendly and unfriendly argumentation were equally effective on observers. When testing the fit of the two process models on the actual preferences of observers the modified proportional distance model proved to be superior.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/804
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