Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/868
Titel: Ungerechtes Schicksal und Personbewertung
Sonstige Titel: Unjust fate and evaluation of persons
Autor(en): Schmitt, Manfred
Erscheinungsdatum: 1991
Zusammenfassung: Eine modifizierte Version der Gerechte-Welt-Hypothese von M. Lerner wurde an 128 studentischen Versuchspersonen experimentell überprüft. Über Video wurde ein Interview gezeigt, in dem der Befragte entweder glückliche oder im Gegenteil mehrere unglückliche Ereignisse aus seinem Leben berichtete. Als organismische Faktoren wurden die Einstellung zu den Gerechtigkeitskonzepten "Leistung" und "Gleichheit" sowie der Glaube an die Gerechte Welt erhoben. Abhängige Variable war die Bewertung des Befragten. Erwartet wurde: (1) Befürworter des Gleichheitsprinzips mit einem starken Glauben an die gerechte Welt werten den Glücklichen ab, den Unglücklichen auf. Befürworter des Gleichheitsprinzips mit einem starken Glauben an eine ungerechte Welt verhalten sich umgekehrt. (2) Das Bewertungsverhalten von Befürwortern des Leistungsprinzips ist demjenigen von Befürwortern des Gleichheitsprinzips genau entgegengesetzt. Diese Hypothesen konnten jedoch nicht bestätigt werden. Es wurde nur ein allgemeiner Gerechte-Welt-Effekt im Sinne Lerners gefunden: Wenn der Interviewte ein unglückliches Schicksal erlitten hatte, wurde er abgewertet; war ihm viel Glück widerfahren, wurde er signifikant positiver beurteilt.
Presents findings of an experimental examination of the modified version of M. Lerner's just world hypothesis. 128 subjects were shown a video film of an interview. In one condition, the interviewee reported several fortunate events that had occurred to him recently. In the other condition, he reported unfortunate events. Belief in a just world and attitudes toward two principles of distributive justice (equity and equality) were measured as organismic factors. Favorableness of personality characteristics attributed to the interviewee served as the dependent variable. The following hypotheses were tested: (1) Subjects with a positive attitude toward equality and a strong belief in a just world would downgrade the lucky and upgrade the unlucky person. Subjects with a positive attitude toward equality and a strong belief in an unjust world (i.e., subjects with low scores on the belief in a just world scale) would upgrade the lucky and downgrade the unlucky person. (2) The evaluations of subjects who prefer the achievement principle would be opposite to those of subjects who prefer the equality principle. These hypotheses could not be confirmed. Only a general just world effect was found. The interviewee was evaluated more positively if he reported good luck than if he reported bad luck.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/868
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