Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/968
Titel: Eßstörungen im Spiegel weiblicher Identitätsbildung : Konzeption, Entwicklung und Erfahrungen gruppentherapeutischer Mädchenarbeit
Autor(en): Figura, Elvira
Erscheinungsdatum: 1997
Zusammenfassung: Eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Phänomens "Eßstörung" kann unserer Ansicht nach nur unter Einbeziehung des Symptoms und unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen, familären und persönlichen (geistigen, sozialen, körperlichen und seelischen) Hintergründe geschehen. Jedes Mädchen drückt mit ihrer "Eßstörung" ihre Problematik aus, die sonst keinen Platz und keine Sprache findet. Deshalb sind selbstbestimmte Räume, selbstdefinierte, selbsterarbeitete Inhalte und Entwicklungszeiten um Krankheit/Symptom in ihrem Geworden-sein zu verstehen und zu heilen von größter Bedeutung. Darüber hinaus erachten wir es in der Arbeit mit Mädchen als wichtig, die besonderen Probleme weiblicher Identitätsbildung zu berücksichtigen. Was in der klassischen psychologischen und medizinischen Diagnostik als krank definiert wird, erscheint aus der Perspektive der weiblichen Identitätssuche als Versuch, Bildern und Normen von Weiblichkeit zu entsprechen und sich gleichzeitig dagegen aufzulehnen. Die Auflehnung bleibt unerkannt, auch von den Betroffenen und kann so nicht zu einer positiven Identitätsaussage führen. Ein "Nein" zu Bestehendem ist noch keine Identität, wohl aber ein erster Schritt für die Erarbeitung und Auseinandersetzung für "das Eigene" und (neu zu entwickelnde) kollektive Weibliche. Es ist gerade Kennzeichen und Anforderung der herausragenden Lebensentwicklungsspanne der Jugend, eine eigene personale und soziale Identität zu entwickeln und zu stabilisieren. Zugehörigkeit und Ablösung, Selbstwert und Selbstachtung, Bindung und Autonomie, sexuelle Orientierung, Auseinandersetzung mit dem sich verändernden Körper sind Lebensthemen, die in der Jugend die Suche nach Identifikations- und Abgrenzungsmöglichkeiten begleiten. Insofern ist Pubertät und Adoleszenz zunächst eine Zeit der Destabilisierung und eine Zeit von Identitätskrisen. (Dokumentation des Mädchenhaus Köln e.V.)
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/968
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