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Titel: Bemerkungen zu kommunikationstheoretischen Elementen in der analytischen Sozialpsychologie Erich Fromms
Autor(en): Budke, Uwe-Dirk
Erscheinungsdatum: 1991
Zusammenfassung: Die Rekonstruktion des Argumentationsganges sollte deutlich machen, dass die Konzeptualisierung der Frommschen analytischen Sozialpsychologie bis zur Schrift Die Furcht vor der Freiheit (E. Fromm, 1941a) einer einheitlichen Konstruktionslogik folgt. Kennzeichen der analytischen Sozialpsychologie ist eine funktionalistische Argumentation zur Bestimmung des Verhältnisses von Historischem Materialismus und Psychoanalyse, die in den Funktionsbegriffen der Familie, der libidinösen Struktur der Gesellschaft, d.h. des Gesellschafts- Charakters, greifbar wird und die in Psychoanalyse und Ethik (E. Fromm, 1947a) und in Wege aus einer kranken Gesellschaft (E. Fromm. 1955a) im Rahmen einer anthropologisch-ethisch fundierten Charakterologie weiter ausdifferenziert wird. Durch Verschiebungen des unterstellten Erklärungsfaktors innerhalb der funktionalistischen Argumentation, die frühere Unschärfen beseitigen sollte, werden allerdings Bestimmungsmomente sichtbar, die den funktionalistischen Theorierahmen inhaltlich aufsprengen und die kommunikationstheoretisch rekonstruiert werden können. Besonders Fromms Ausführungen zum Bedürfnis der ?Bezogenheit auf andere? bietet die Möglichkeit, kommunikativ strukturierte Interaktionen sowohl in der primären Sozialisationsinstanz der Familie als konkretes Umschlagsfeld gesellschaftlicher und individueller Dispositionen zu dechiffrieren, als auch deren enge Verzahnung mit den sekundären Sozialisationsbedingungen deutlich zu machen. Durch die veränderte Blickrichtung könnten Fromms Ausführungen theoriestrategisch Anknüpfungspunkte für eine Sozialisationstheorie bieten, ?die Freud mit Mead verbindet, die Strukturen der Intersubjektivität zu ihrem Recht bringt und Hypothesen über Triebschicksale durch Annahmen über Interaktionsgeschichte und Identitätsbildung ersetzt? (J. Habermas, 1981, Bd. II, S. 571). Für den Bereich therapeutischer Praxis könnten kommunikationstheoretische Anregungen H. S. Sullivans den Zugang zu kommunikationstheoretisch verfassten Konzepten systemischer Familientherapie eröffnen (vgl. H. Stierlin, 1975, 1977, 1978, 1989; L. Reiter u. a., 1988; L. Boscolo u.a, 1988).
These interpretations represent a systematic attempt to develop (from the viewpoint of intellectual history) an approach useful in reconstructing elements relevant to communication theory that are present in the analytic social psychology of Erich Fromm. By way of a problem-orientated appraisal of basic conceptual categories, the author attempts, in somewhat more heuristic fashion, systematically to draw links between Fromm?s theory and the debate currently being transacted within communication theory over the viability of a critical social theory characterized by the shift - incidentally wrought by Habermas - from a philosophy of consciousness paradigm to a communication theory paradigm (cf. J. Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Vols. I and II, Frankfurt am Main 1981). The interest this interpretive approach has for scholarship lies in the implicit assumption made that the functionalistically premised constructional logic of the Frommian conception of an analytic social psychology owes its origin to the epistemological status of psychoanalysis within the framework of the interdisciplinary materialism of the Institut für Sozialforschung. Indeed it provokes the question as to what form a theoretically immanent approach might take which, from the perspective of communication theory, could lead beyond functionalistic argumentation.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/982
Enthalten in den Sammlungen:Schriften der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft e.V.
PsyDok

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