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Titel: Der Beitrag der Kritischen Theorie zur Bewältigung der Kirse der Gesellschaft
Autor(en): Wehr, Helmut
Erscheinungsdatum: 1991
Zusammenfassung: Die globale zivilisatorische Krise mit ihren ökologischen, ökonomischen, militärischen und systemischen Problemen hat ihre notwendigen Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Subjekte. Mit dem sich andeutenden "Ende der Arbeitsgesellschaft' wird die Weltgesellschaft weiter segmentiert. Nicht nur zwischen Industrieländern und Dritter Welt besteht ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Metropole und Peripherie, sondern auch in der Industriegesellschaft bahnt sich eine Segmentierung an: zwischen Arbeitsbesitzenden und Arbeitslosen. Die damit erreichte historische Zäsur hat ein neues Zeitbewusstsein zur Folge, das Vorbilder aus anderen Epochen und deren Normen zumindest partiell entwertet. Diese psychische Situation scheint zur Erschöpfung utopischer Energien zu führen, die das historische Bewusstsein von utopischen Impulsen entlädt. Diese Neue Unübersichtlichkeit (J. Habermas, 1985), signalisiert, dass die Grenzen der arbeitsgesellschaftlichen Utopie im Hinblick auf ein künftiges besseres Leben erschöpft sind. Damit ist auch der Begriff eines marxistischen Sozialismus, der dem Arbeitsbegriff verhaftet ist, revisionsbedürftig. Dies umso mehr, als der Begriff sozialistischer Utopie selbst in den ehemaligen "sozialistischen Ländern' obsolet geworden zu sein scheint. Auf das Ende der Utopie (H. Marcuse, 1980, J. Habermas, 1985) reagiert der Zeitgeist defensiv. Die Suche nach einer neuen tragfähigen Sinngebung und Orientierung zeigt sich unter anderem auch in den Medien, die sich verstärkt auf die Suche nach "dem Menschen' und seiner Psyche machen. In der Subjektivierung von Sinn und in der Enttraditionalisierung der Lebenswelt hat auch der Psycho-Boom seine Wurzeln. Die Vergesellschaftung der Gesellschaft (J. Habermas, 1985; Th. Ziehe/H. Stubenrauch, 1982), wird durch die Bürokratisierung und Monetarisierung vertieft; hierdurch verschärft sich die Legitimationskrise und der Wertewandel.
The crisis of industrial society is analysed and clarified by the interdiciplinary categories of the critical theory of the Frankfurt school. This article will attempt to make evident, that in the case of economic, ecological, legitimatorical and psychological problems analysis would fall short of its aim, if it omitted the definition of "humanism' and a utopic model of subjectivity. The utopic messianic expression of hope for the individual is elaborated, even under alienated social structures, in the oeuvre of Horkheimer, Adorno, Marcuse and Fromm. The problem of negativ thinking in opposition to an aspired positive utopia is discussed in order to create an theory of society-related, emancipated acting, which is based on educational aims and political alternatives. Fromms significance is demonstrated in connection with the oeuvre of the Frankfurt school without neglecting the differences. It is the authors aim to define Fromms Analytic Social Psychology asone amongst several equally traditional lines of the Frankfurt school, by using theoretic examples. Differences, parallels and points of contact will be emphasized for a productive dialogue within these different traditional lines of thought of critical theory. A promising possibility for discussion, especially in the comparison between Marcuse and Fromm is indicated here.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/991
Enthalten in den Sammlungen:Schriften der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft e.V.
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