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Titel: Die Methoden der Gesellschafts-Charakter-Forschung bei Erich Fromm
Autor(en): Maccoby, Michael
Erscheinungsdatum: 1992
Zusammenfassung: Erich Fromm äußerte mir gegenüber einmal, er habe drei originäre Gedanken entwickelt. Der erste sei die Theorie vom Gesellschafts-Charakter, mit der man die Beziehung zwischen einem sozio-ökonomischen System, insbesondere der in diesem vorherrschenden Produktionsweise, und der vorherrschenden Charakterstruktur, die sich in dieser Gesellschaft finden lässt, erklären kann. Fromm kritisierte die marxistische Auffassung, dass die Arbeiter sich vom ausgebeuteten Objekt zum produktiven Subjekt verwandeln würden, wenn sie nur zu Besitzern der Produktionsmittel würden. Als Psychoanalytiker beobachtete er, dass das Verhalten von relativ konstanten Charaktertrieben bestimmt wird. Diese Charaktertriebe bilden sich seiner Meinung nach im Sozialisationsprozess der Kindheit, vor allem in der Familie. Sie werden durch das Schulsystem und das Arbeitsleben aber verstärkt. Umgekehrt entwickelt die Familie Züge, die sich aus der Anpassung an die Erfordernisse der Arbeitssituation ergeben. Ist der Charakter einmal ausgeprägt, dann widersteht er dem Wandel, selbst wenn sich die Umwelt ändert. Der Begriff des Gesellschafts-Charakters bezieht sich auf den einer Gesellschaft gemeinsamen Charakter und erklärt, wie menschliche Energie geformt und kanalisiert wird, um das Fortbestehen einer gegebenen Gesellschaft zu gewährleisten. Fromms zweiter genialer Gedanke betraf die Methode, den Gesellschafts-Charakter mit Hilfe eines interpretativen Fragebogens zu erforschen. Als seinen dritten wesentlichen Gedanken betrachtete er die Alternative Biophilie - Nekrophilie, mit der er jene tiefwurzelnden Einstellungen beschrieb, die menschliche Kreativität und Destruktivität bestimmen.
In the 60s team of cultural anthropologists from Mexico and the United States headed by Erich Fromm conducted a socio-psychological survey, the findings of which were published in 1970 under the title "Social Character in a Mexican Village. A Sociopsychoanalytic Study'. The author of the present essay, who closely collaborated with Fromm on this field project, reports both on the data collection methods and evaluational practices used and on the findings reached by the survey. This co-production with Fromm can certainly lay claim to exemplary status for a large part of the Mexican rural population, pointing to a narrow link between the various manifestations of the social character of the villagers, the role of tradition in the culture and family respectively, and the nexus of economic relationships. This research project resulted in the practical conclusion that the situational realities of the most strongly disadvantaged group in the rural population - young people - needed to be improved by educational programs and agricultural projects, so as to stem the growing polarization between rich and poor among the villagers.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/999
Enthalten in den Sammlungen:Schriften der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft e.V.
PsyDok

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