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Netzwerk Sucht: Klein & Zobel Kinder aus alkoholbelasteten Familien 4/97

 

 

Kinder aus alkoholbelasteten Familien 

Children from Alcohol Addicted Families

 

Michael Klein1, "Martin Zobel"2

 

1Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln 2Fachklinik Thommener Höhe, Darscheid

 

 

[aus: Kindheit und Entwicklung. Zeitschrift für Klinische Kinderpsychologie 1997, Band 6, Heft 3, 133 - 140]

 

 

 

 Zusammenfassung

Es wird ein Überblick zu Forschung und Theorienbildung in bezug auf Kinder aus alkoholbelasteten Familien gegeben. Diese weisen ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko auf, selbst abhängigkeitskrank zu werden und zeigen darüberhinaus häufiger auffällige Symptome, insbesondere in den Bereichen Angst, Depression, Eßstörungen, antisoziales Verhalten, Impulsivitätsstörungen und Störungen der Verhaltenskontrolle. Diese Störungen werden bisweilen direkt (z.B. als Alkoholembryopathie) oder meistens indirekt (z.B. über Familienstreßvariablen) vermittelt. Bei dem generell erhöhten Risiko für dysfunktionale Verhaltensweisen zeigen Jungen eher Symptome im Bereich expansiver Verhaltensstörungen, Mädchen eher im Bereich affektiver Störungen. Insgesamt sind die meisten Auffälligkeiten in den Bereichen Selbstwirksamkeit, interpersonelle Problemlösekompetenz, soziale Interaktionsfähigkeiten, Verhaltenskontrolle und Emotionalität sowie schulischer und kognitiver Leistungsprobleme festzustellen.

Die häufigste Folge der Tatsache, in einer alkoholbelasteten Familie aufgewachsen zu sein, ist jedoch ab dem Jugendalter das Risiko, selbst suchtkrank zu werden.

 

Schlagworte: Kinder von Alkoholikern - Transmission psychischer Störungen - Substanzabhängigkeiten - Alkoholismus.

 

 

 Abstract

 

In this article theories and research concerning children from alcohol addicted families are reviewed. These children show an elevated, up to sixfold risk to become addicted themselves during their life time. In addition, from early childhood they have an increased risk for behavioral symptoms, esp. anxiety, depression, eating disorders, antisocial behavior, impulsivity disorders, and behavioral undercontrol. The greater amount of these disorders is transmitted indirectly, e.g. through environmental factors, personality or genetic factors. Many children, however, show enough resilience so that the occurence of disorders is by no means necessary. In general, there are more symptoms of dysfunctional family life reported. Thus, it can be concluded that parental drinking per se usually does not transmit alcoholism and other disorders, but that the circumstances and consequences of parental drinking are rather responsible for it. For many children signs of disturbed self-efficacy, interpersonal problem solving, social interaction skills, behavioral control, emotionality, cognitive and school achievements are found. Most often, however, as a consequence of being a child of an alcoholic is the risk to become addicted.

 

Key Words: Children of alcoholics - transmission of psychological dysfunctions - substance dependence - alcoholism.

 

 

 "Meine früheste Erinnerung ist, daß mein Vater von der Arbeit nach Hause kommt und sofort zum Schnapsschrank geht. Das war sein allabendliches Ritual... Nach dem Essen begann er, ernsthaft zu trinken. Wir mußten alle still sein, damit er nicht gestört wurde... Er tat so, als tue er etwas sehr Wichtiges, aber dieser Schweinehund ließ sich bloß vollaufen. An vielen Abenden mußten meine Schwester, meine Mutter und ich ihn ins Bett zerren. Ich mußte ihm immer die Schuhe und Socken ausziehen. Das schlimmste aber war, daß niemand in der Familie jemals erwähnte, was wir da taten... Bis ich älter war, glaubte ich, daß dieses Ins-Bett-Schleppen eine ganz normale Sache sei, das in jeder Familie gemacht würde" (Forward, 1992, 79).

 

So wie es im Bericht dieses jungen Erwachsenen deutlich wird, haben Millionen Kinder und Erwachsene unter den Folgen von Alkoholmißbrauch und -abhängigkeit in Familien zu leiden. Viele entwickeln selbst schwerwiegende Verhaltensprobleme oder werden abhängigkeitskrank. Dabei wurde lange Zeit ignoriert, daß Alkoholabhängige auch Kinder haben. Dies ist insofern überraschend, da die Zahl der betroffenen Kinder insgesamt enorm groß ist. In Deutschland ist nach offiziellen Angaben von etwa 2.5 Millionen Alkoholikern auszugehen (Feuerlein, 1996). Demnach dürften mindestens 2 Millionen Kinder durch die Abhängigkeit eines Elternteils betroffen sein. Als erwachsene Kinder aus suchtbelasteten Familien sind weitere 5-6 Millionen Personen potentiell durch eine erhöhte Vulnerabilität gegenüber psychischen Störungen gefährdet. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick zur Situation der Kinder in suchtbelasteten Familien.

 

ZUR SITUATION VON KINDERN ALKOHOLABHÄNGIGER ELTERN

In einer Vielzahl von Studien wurde nachgewiesen (z.B. Cotton, 1979; McKenna & Pickens, 1981; Hesselbrock et al., 1982; Zobel et al., 1994), daß Alkoholabhängige überzufällig oft aus Familien stammen, in denen bereits ein Elternteil oder beide abhängig waren. Kinder von Alkoholikern (KVA), und zwar insbesondere Söhne, müssen als Risikogruppe für die Entwicklung von Alkoholmißbrauch und -abhängigkeit angesehen werden. In verschiedenen Untersuchungen zeigte sich, daß Söhne von Alkoholabhängigen als junge Erwachsene auf Alkohol anders reagieren als Vergleichspersonen, und zwar sowohl subjektiv als auch physiologisch (siehe zusammenfassend Pollock, 1992). Im einzelnen ergab sich, daß sie einerseits die berauschenden Effekte des Alkohols erst bei einer höheren Konzentration wahrnehmen - also mehr trinken müssen, um den gleichen berauschenden Effekt zu spüren wie Vergleichspersonen. Die später einsetzenden unangenehmen Effekte nehmen sie ebenfalls in geringerem Maße wahr. Andererseits wurde für Söhne von Abhängigen eine erhöhte Streßdämpfung nach Alkoholkonsum nachgewiesen (Levenson et al., 1987), so daß Alkoholtrinken häufiger funktional positiv erlebt wird. Diese Ergebnisse machen deutlich, daß eine dispositionell erhöhte Toleranz in bezug auf Alkohol sowie erhöhte Streßdämpfungseffekte entscheidende Risikofaktoren für die Entwicklung von Abhängigkeit darstellen.

Insgesamt ist davon auszugehen, daß KVA ein bis zu sechsfach höheres Risiko haben, selber abhängig zu werden oder Alkohol zu mißbrauchen. Offensichtlich ist auch, daß für Kinder in suchtbelasteten Familien das Risiko der Erkrankung an anderen psychischen Störungen (insbesondere Angststörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen) deutlich - wenn auch nicht so stark wie für Abhängigkeitserkrankungen - erhöht ist (Velleman, 1992).

 

Neben den psychophysiologischen Alkoholwirkungen sind in der Familienumwelt der Kinder weitere relevante Risikofaktoren zu sehen. Bedingt durch die Abhängigkeit eines Elternteils - in den meisten Fällen des Vaters - verändert sich die Dynamik in den betroffenen Familien grundlegend. Die Familienatmosphäre bringt es meist mit sich, daß die Kinder sich oft selbst überlassen sind und Aufgaben übernehmen müssen, denen sie aufgrund ihres Entwicklungsstandes noch nicht gewachsen sind. Von Klinikern wird berichtet, daß diese Kinder oft ein frühreifes, erwachsenes und somit altersunangemessenes Verhalten zeigen (Black, 1988; Woititz, 1990), indem sie in ihren Familien übermäßig viel Verantwortung für zahlreiche tägliche Abläufe übernehmen. In diesem Zusammenhang haben eine Reihe von Autoren Konzepte entwickelt, die die Situation der Kinder anschaulich vor Augen führen sollen. Am bekanntesten sind die sogenannten Rollenmodelle nach Black (1988) und Wegscheider (1988) geworden.

 

Jedoch ist ausdrücklich nicht davon auszugehen, daß alle Kinder von Alkoholikern eine eigene Abhängigkeit oder andere psychische Störungen entwickeln müssen. Vielmehr spielen zahlreiche Faktoren bei der Transmission von Störungen eine wichtige Rolle. Einzelne Moderatorvariablen vermögen das Risiko in einer verstärkenden oder abschwächenden Form zu beeinflussen. Es zeichnet sich dabei ab, daß Merkmale der Familienumwelt, Persönlichkeitseigenschaften, Kognitionen und biologische Dispositionen des Kindes interagieren und letztendlich das Auftauchen sowie die Ausprägung von psychischen Störungen bestimmen.

Trotz einiger Bemühungen um Verbesserung der Praxis- undForschungssituation sind die Forschungs- und Behandlungsdefizite nach wie vor immens. Kinder von Suchtkranken sind immer noch eine vernachlässigte Problemgruppe in Forschung und Praxis. Dies gilt für Deutschland in noch stärkerem Maße im Vergleich zu Skandinavien und den USA (Klein, 1996).

 

 

ÜBERBLICK ZU DEN HAUPTAUSWIRKUNGEN

Häufig werden "die Symptomgruppen Hyperaktivität, Störungen des Sozialverhaltens, Intelligenzminderungen, somatische Probleme und Mißhandlungen sowie Angst und depressive Symptome" (Elpers & Lenz, 1994, 107) erwähnt. West & Prinz (1987) unterscheiden in ihrer Überblicksarbeit zu 46 empirischen Studien aus den Jahren 1975 bis 1985 zwischen Auswirkungen in den folgenden Bereichen:

(1) Hyperaktivität und Verhaltensauffälligkeiten

(2) Substanzmißbrauch, Delinquenz und Schuleschwänzen

(3) Kognitive Funktionsstörungen

(4) Soziale Interaktionsprobleme

(5) Körperliche Probleme

(6) Angst und Depressionen

(7) Körperliche Mißhandlung, Mißbrauch und Vernachlässigung

(8) Dysfunktionale Familieninteraktionen.

 

In Suchtfamilien herrschen nach Meinung vieler Kliniker besondere implizite Familienregeln vor, die dazu führen, daß z.B. Gefühlskontrolle, Rigidität, Schweigen, Verleugnung und Isolation als Problembewältigungsverhaltensweisen eingesetzt werden. Es entstehen für KVA oft extreme Belastungssituationen (vgl. Klein, 1986), die dadurch gekennzeichnet sind, daß

(1) sie mehr Streit, konflikthafte Auseinandersetzungen und Disharmonie zwischen den Eltern erleben als andere Kinder;

(2) sie extremeren Stimmungsschwankungen und Unberechenbarkeiten im Elternverhalten ausgesetzt sind;

(3) sie häufiger in Loyalitätskonflikte zwischen den Elternteilen gebracht werden;

(4) Verläßlichkeiten und Klarheiten im familiären Ablauf weniger gegeben sind sowie Versprechungen eher gebrochen werden;

(5) sexuelle Belästigungen und aggressive Mißhandlungen häufiger vorkommen.

 

Zu den von Kindern von Alkoholikern selbst am häufigsten berichteten Erfahrungen (siehe z.B. Cork, 1969) gehört die der Unberechenbarkeit des elterlichen Verhaltens. Diese bezieht sich verstärkt auf den alkoholtrinkenden, aber auch auf den jeweils anderen (meist als coabhängig bezeichneten) Elternteil. Versprechungen, Vorsätze, Ankündigungen usw. werden oft nicht eingehalten, aber auch inkonsistentes Belohnungs- und Bestrafungsverhalten herrscht vor. Generell werden sehr viele Ambivalenzerfahrungen, belastende Emotionen (z.B. Schamgefühle, Einsamkeit, übermäßige Sorgen), erfolglose Kontrollversuche und -rituale sowie Loyalitätskonflikte berichtet. In manchen Fällen wird deutlich, daß Kinder das süchtige Trinken ihrer Eltern auf sich selbst attribuieren, z.B. wegen spezifischer eigener Fehlverhaltensweisen oder - im Extremfall - wegen ihrer bloßen, als unerwünscht erlebten Existenz.

Nastasi & DeZolt (1994) gehen davon aus, daß nur für bestimmte Subgruppen Auffälligkeiten bezüglich niedrigem Selbstwertgefühl, Depression, Intelligenz, Lebenszufriedenheit, Fähigkeit zur Beziehungsaufnahme und -aufrechterhaltung sowie antisozialem Verhalten festzustellen sind. Dies ergebe sich daraus, daß die Stärke der eruierten Effekte je nach Studie stark variiere, bisweilen gar keine Effekte nachweisbar seien.

 

BIOPSYCHOSOZIALES MODELL

Nach dem heutigem Wissensstand ist das sogenannte biopsychosoziale Modell am besten geeignet, Risiken für die generationsübergreifende Transmission des Alkoholismus zu erklären. Danach spielen Variablen aus dem biologisch-genetischen, dem sozial-kulturellen und dem psychologischen Bereich in je unterschiedlicher Stärke bei der Ätiologie von Verhaltensstörungen und der Entwicklung einer späteren eigenen Alkoholabhängigkeit entscheidende Rollen. Genauso wie sich ihre risikohaften Anteile gegenseitig verstärken können, ist es möglich, daß sich die einzelnen Bereiche in ihren pathologisierenden bzw. protektiven Anteilen gegenseitig abschwächen oder kompensieren. Dennoch haben bislang nur sehr wenige Forschungs- und Präventionsprogramme die Vorstellungen des biopsychosozialen Ansatzes überzeugend verwirklicht. Es bedarf dazu in erster Linie komplexer prospektiver Forschungsdesigns, um die enorme Komplexität der infrage kommenden Prozesse mit ihren Risiko- und Protektionsvariablen annähernd aufzuhellen.

Aus einer umfangreichen Überblicksarbeit zu den familiär übertragenen Vulnerabilitätsfaktoren gehen einzelne Risikobereiche für ein erhöhtes Erkrankungsrisiko von Kindern in suchtbelasteten Familien deutlich hervor (Lachner & Wittchen, 1995). Im einzelnen unterscheiden die Autoren entsprechend dem biopsychosozialen Modell zwischen psychischen Störungen, emotionalen Merkmalen und Persönlichkeitseigenschaften, kognitiven, sozialpsychologischen und biologischen Variablen in ihren Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen aus Alkoholikerfamilien. Aus der Vielzahl der berichteten Studien zeigen folgende Vulnerabilitätsmerkmale die deutlichsten Unterschiede zwischen Kindern in suchtbelasteten Familien und Kontrollkindern:

(1) Lebensgeschichtlich früher Beginn mit Alkohol- und Drogenmißbrauch

(2) Häufigere Diagnosen in den Bereichen Angst, Depression und Eßstörungen

(3) Stärkere Hyperaktivität, Impulsivität und Aggressivität

(4) Defizite im schulischen Leistungsbereich

(5) Defizite im visuellen Wahrnehmungsbereich

(6) Stärkere intrafamiliäre Konflikte

    1. Signifikant verändertes EEG - Muster nach Alkoholchallenges als mögliche Indikatoren für Aufmerksamkeits- und Anpassungstörungen.

 

Auch wenn diese Vielzahl von Einzelbereichen zunächst verwirren mag und ein wenig konsistentes Bild der Spezifität der Vulnerabilitätsmerkmale liefert, wird doch deutlich, auf wie vielen Ebenen mit differentiellen Effekten zu rechnen ist und wie facettenreich und multidimensional das zu betrachtende Gesamtphänomen folglich ist. Dieser Tatsache sind die meisten bisherigen Studien nicht ausreichend gerecht geworden. So wären differentielle Betrachtungsweisen, z.B. bezüglich väterlichem und mütterlichem Alkoholismus (vgl. Steinhausen, 1984), Söhnen vs. Töchtern aus suchtbelasteten Familien, der Abhängigkeit beider Elternteile und mehrerer Generationen ("familial limited vs. extended alcoholism"), Kindern mit vs. ohne genetischem Risiko usw., dringend notwendig.

Außerdem sind viele Symptome für Kinder aus Suchtfamilien nicht spezifisch, sondern kovariieren stark mit anderen Variablen (z.B. in sogenannten Multiproblemfamilien oder Comorbiditätskontexten), was erhebliche Schwierigkeiten bezüglich der Abgrenzbarkeit der Symptome für Kinder aus Suchtfamilien im Vergleich zu Kindern aus anderen dysfunktionalen Familien aufwirft. Hier wären prospektive Längsschnittuntersuchungen mit verschiedenen Risikogruppen und elterlichen Konstellationen von Nöten, um mehr Wissen über die Spezifität bzw. Unspezifität einzelner Störungen, aber auch über Wege der Resilienz und Streßresistenz (vgl. Werner, 1986) zu erlangen.

Direkte und indirekte Auswirkungen elterlichen Alkoholmißbrauchs auf die Entwicklung von Kindern können als Risikovariablen angesehen werden. Diese Risikovariablen sind besonders bedeutsam, da sie die Vulnerabilität für bestimmte Verhaltensstörungen beeinflussen können.

Indirekte Auswirkungen sind solche Risikovariablen, die in Interaktion mit Umwelt- und Familienvariablen ihre Pathogenität entfalten. Es ist wichtig festzuhalten, daß bei den indirekten Auswirkungen die Kinder nicht von den Suchtstoffen als solchen betroffen sind, sondern von deren Auswirkungen auf das Verhalten der abhängig konsumierenden Person. Im einzelnen sind folgende indirekte Auswirkungen zu beachten:

Schon die Verschiedenartigkeit der von den Eltern mißbrauchten Substanzen kann Anlaß zu einer ätiologisch sinnvollen Unterscheidung sein. So können die Kinder von Eltern, die nicht von Alkohol, sondern von illegalen Drogen (wie z.B. Heroin, Kokain), von psychotrop wirkenden Medikamenten (wie z.B. Benzodiazepinen, Barbituraten) oder Kombinationen verschiedener Substanzen abhängig sind (vgl. Petermann, 1995), unterschiedliche Erfahrungen machen und differierende Störungen entwickeln. Der vorliegende Beitrag konzentriert sich jedoch wegen der herausragenden sozialmedizinischen und gesundheitspolitischen Bedeutung des Themas Alkohol in Familien nur auf die Entwicklung von KVA.

Aber auch die konkrete Familienumwelt, das Ausmaß an ehelicher Disharmonie und intrafamiliärem Streß sind gerade in Verbindung mit Alkohol und Drogen als Trigger ein potenter Risikofaktor für in der Kindheit beginnende Fehlentwicklungen, besonders im Bereich von Verhaltensstörungen (Velleman 1992). Es ist jedoch davon auszugehen, daß wegen der weitgehenden Unspezifität vieler kindlicher Symptome der ätiologische Hintergrund einer Suchtfamilie oft unberücksichtigt bleibt (vgl. Ackerman, 1983).

Elterliche Comorbidität (Sher 1991), die Abhängigkeit beider Elternteile (McKenna & Pickens, 1981) sowie multigenerationale Sucht können die Schweregrade kindlicher Psychopathologie negativ beeinflussen.

Weitere Faktoren, die vermittelnd auf das Ausmaß kindlicher Schädigungen einwirken, sind der Zeitpunkt des Beginns und die Persistenz der elterlichen Abhängigkeit ("age of onset"), das Ausmaß und die Stärke der elterlichen Abhängigkeit, das Ausmaß der familiären Desorganisation und die Häufigkeit und Intensität der ehelichen Trennungsszenarien, der sozioökonomische Status, die Familiengröße, die Beziehung des Kindes zu einem nichtalkoholischen Elternteil, Kriminalität eines Elternteils und das Vorhandenensein alternativer Unterstützungssysteme im Umfeld des Kindes (vgl. West & Prinz, 1987). Auch die mehr oder weniger starke Exposition mit alkoholisierten und dadurch in ihrem Verhalten veränderten (z.B. gewalttätigen) Vätern und Müttern ist eine für entwicklungspsychopathologische Fragestellungen wichtige Variable und prognostisch eindeutig negativ. Seilhammer et al. (1993) stellten fest, daß Kinder in Familien, in denen die Väter in der Zeit des frühen Abends ("prime time") zu Hause exzessiv tranken, die stärksten Schädigungen davontrugen. Ebenso konnten Wolin et al. (1979) zeigen, daß die Aufrechterhaltung von Familienritualen in Suchtfamilien prognostisch günstig für die Entwicklung der Kinder war. Auch Kinder aus süchtigen Multiproblemkontexten zeigen stärkere und auffälligere Störungen im Kindesalter als andere Kinder aus Suchtfamilien.

 

Bei den indirekten und langfristigen Effekten auf Kinder in Suchtfamilien scheinen diese eher von Familienstreß und von der negativen Familienatmosphäre herzurühren als vom Alkoholkonsum einzelner Familienmitglieder selbst (Zeitlin, 1994). Meist sind die Risikofaktoren elterlicher Verhaltensweisen in Kombination aus Familienstreß und den alkoholbedingten Verhaltensveränderungen anzutreffen und wirken sich negativ auf die Kinder aus. Für die Forschung hat dies den Effekt, daß die Analyse rein alkoholkonsumbezogener Transmissionsfaktoren nur sehr schwer möglich ist.

Es ist zur Zeit noch nicht ausreichend klar, wie genau die Tatsache, daß ein schweres Alkoholproblem in der Elterngeneration vorliegt, bei den Kindern Verhaltensprobleme und psychische Auffälligkeiten im Sinne von Transmissionseffekten erzeugt. Klarer hingegen sind die Wirkungen eines früh einsetzenden Alkoholmißbrauchs in einer Familie zu verstehen: Im Sinne einer komplexen Modellernkultur bildet sich für die Kinder - insbesondere wenn es keine schützenden suchtfreien Familienrituale gibt - eine Familienidentität heraus, die süchtiges Trinken zur Normalität der Konfliktlösung oder gar des Alltags werden läßt. Auf diese Weise können die relativ hohen Quoten für die ab der frühen Adoleszenz einsetzenden Mißbrauchs- und Abhängigkeitsprobleme bei KVA global verstanden werden. Außerdem sind genetisch transmittierte Muster der Alkoholwirkung und -verarbeitung zu berücksichtigen (Schuckit & Smith, 1996), die das individuelle Risiko einer Suchterkrankung erhöhen. Interessante Fallbeispiele liefern hierzu die schon erwähnten zahlreichen klinischen Darstellungen (Black, 1988; Wegscheider, 1988; Woititz, 1990), die besonders die Bedeutung von Rollenverhalten, Familienregeln und elterlichen Verhaltensbotschaften ("Rede nicht, vertraue niemandem, zeige keine Gefühle!") betonen. Auch die in letzter Zeit häufiger vertretenen Annahmen über die dominierende Rolle von Ketten widriger und aversiver Ereignisse ("chain of negative events"; Rutter, 1993) oder einer chronisch disharmonischen Familienkultur (Bennett & Wolin, 1994) in der Entstehung von langfristig stabilen Verhaltensstörungen und psychischen Erkrankungen sind in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen. Die Ketten widriger Ereignisse, die Kindern in speziellen Kontexten gehäuft widerfahren, sind Bestandteil komplexer Familien- und Umweltkulturen, die im Suchtkontext kurzfristig störungsbegünstigend und langfristig suchtbegünstigend sein können. Viele Kinder aus Suchtfamilien weisen Biographien auf, in denen Ketten widriger Ereignisse so gehäuft auftreten, daß dies als heuristische Ausgangshypothese zur Erklärung des engen Zusammenhangs zwischen elterlichem Alkoholismus und kindlichen Verhaltensstörungen entsprechen mag. Derartige Fallgeschichten und Lebensschicksale finden sich in großer Zahl in der klinischen Literatur (Black, 1988; Wegscheider, 1988).

Zu den möglichen direkten Auswirkungen elterlichen Alkoholmißbrauchs auf Kinder zählen an erster Stelle das fetale Alkoholsyndrom (FAS) und die fetalen Alkoholeffekte, im deutschen Sprachraum auch meist Alkoholembryopathie (AE) genannt. Zu diesen Risikofaktoren sind in jüngster Zeit ausführliche Darstellungen erfolgt (z.B. Löser, 1995), so daß an dieser Stelle nähere Ausführungen nicht nötig erscheinen.

Neben der Alkoholembryopathie als direkte Auswirkung von Alkoholkonsum auf Kinder ist außerdem die Alkoholvergiftung von Kindern, die durch übermäßigen Eigenkonsum entsteht, zu erwähnen. Dies geschieht am ehesten in Familien, in denen die Griffnähe zu Alkohol besonders gering und die elterliche Beaufsichtigung des kindlichen Verhaltens nachlässig bis mangelhaft ist. Lamminpää & Vilska (1990) konnten für Kinder unter 16 Jahren, die in einer Notfallambulanz wegen Alkoholintoxikation entgiftet wurden, zeigen, daß diese zu mindestens einem Drittel aus Suchtfamilien stammten.

PSYCHOLOGISCHE VERHALTENSMERKMALE BEI KINDERN SUCHTKRANKER

Im folgenden werden die Konsequenzen der im vorausgehenden beschriebenen Risikovariablen für die Entwicklung und das Verhalten der KVA selbst analysiert. In einer Langzeitstudie von der Geburt der Kinder bis zu ihrem 18. Lebensjahr (Werner, 1986) wurde festgestellt, daß die Söhne aus suchtbelasteten Familien mehr psychologische Probleme aufwiesen als die Töchter und daß im Falle mütterlicher Abhängigkeit stärkere psychische Probleme entstanden als im Falle väterlicher Abhängigkeit. Schließlich konnte wiederholt nachgewiesen werden, daß, falls beide Eltern abhängig waren, die stärksten Problemkonstellationen bei den Kindern zu beobachten waren (McKenna & Pickens, 1981). Die Studie von Werner (1986) zeigte jedoch auch, daß 59% der Kinder aus suchtbelasteten Familien mit den familiären Bedingungen gut zurechtkamen und keine relevanten Störungen entwickelten.

Bei der Betrachtung einzelner Subgruppen können sich teilweise erhebliche Abweichungen, sowohl in Richtung stärkerer Belastung als auch in Richtung geringer Belastung und seelischer Gesundheit, ergeben (vgl. Nastasi & DeZolt, 1994).

Für Personen, die als erwachsene KVA an Suchtkrankheiten leiden, stellt Kashubeck (1994) zusammenfassend fest, daß am häufigsten auffällige negative Ausprägungen in den Bereichen Selbstwertgefühl, Angst, Depression, Vertrauensbereitschaft, Intimität, Kommunikationsfähigkeit, Rollenverhalten, Einsamkeit, Aggression, Irrationalität und allgemeines psychisches Wohlergehen gefunden wurden. Diese Merkmale haben vermutlich schon früh im Leben der Kinder bestanden und dürften so bei der Transmission von Suchtkrankheiten über die Generationengrenze hinweg eine wichtige Rolle spielen. Wenig klar ist bislang, inwieweit bei KVA schon im Kindesalter süchtige Verhaltensweisen selbst (z.B. in Form von Konsumorientierungen, Eßstörungen oder frühem Alkoholkonsum) vorkommen, die spätere Fehlentwicklungen begünstigen könnten.

Im einzelnen liegen zu psychologischen und behavioralen Merkmalen folgende Ergebnisse vor (vgl. z.B. Sher, 1991; Nastasi & DeZolt, 1994):

 

Selbstwirksamkeit

Kinder von Alkoholikern haben ab der Adoleszenz niedrigere Werte in den Bereichen Selbstwirksamkeit, positives Selbstkonzept und Selbstwert. Des weiteren zeigen sich auch ungünstigere Ergebnisse für positive Selbstakzeptanz und positives Selbstbild. Andererseits fanden sich höhere Werte für Selbstkritik und Selbstmißbilligung, stärkere Bedürfnisse zur Kontrolle interner und externaler Ereignisse und eine niedrigere Einschätzung des persönlichen sozialen Einflusses. Viele dieser Ergebnisse bedürfen wiederum einer differentiellen Betrachtungsweise, die deutlich macht, wie wenig homogen die Gruppe der Kinder von Alkoholikern ist: So zeigte sich z.B. die berichtete Tendenz zur negativen Selbstkritik nur für die Töchter von Alkoholikern, nicht aber für deren Söhne (Berkowitz & Perkins, 1988).

Interpersonelle Problemlösekompetenz

In diesem Verhaltensbereich wird insbesondere die Fähigkeit zu flexiblen und kreativen Problemlösungen in interpersonellen Streß- und Problemsituationen erforscht. In einer Studie von Slavkin et al. (1992) zeigte sich, daß die Kinder von Problemtrinkern gleichzeitig effektivere, aber auch weniger Lösungen für interpersonelle Problemsituationen benennen konnten als Vergleichskinder. Außerdem ist zu beachten, daß KVA in der Regel mehr indirekte Problemlösestrategien verwenden (z.B. solche, um dem Interaktionspartner ein besseres Gefühl zu vermitteln oder ihn in eine bessere Stimmung zu versetzen, anstatt eigene Bedürfnisse anzumelden oder Probleme direkt anzusprechen) als Vergleichskinder (Ballard & Cummings, 1990). Als weiterer Aspekt ergab eine retrospektive Studie bei erwachsenen Kindern aus Suchtfamilien, daß diese als Kinder eher emotional orientierte als problemorientierte interpersonelle Verhaltensweisen benutzten, um Konflikte zu regulieren (Clair & Genest, 1987). Nastasi & DeZolt (1994) kommen zusammenfassend zu der Einschätzung, daß KVA nicht gut für die Bewältigung interpersonaler Streßsituationen vorbereitet sind. Dies ist daran beobachtbar, daß sie indirekte oder emotionsorientierte Copingstrategien verwenden, die eine entscheidende Veränderung der Streßquelle nicht bewirken können. Außerdem verfügen sie zwar oft über kurzfristig hoch effektive Methoden zur Streßreduktion, zeigen aber Defizite in der Flexibilität und Adaptabilität im Umgang mit sich verändernden Streßsituationen.

Soziale Interaktionsfähigkeiten

Von den nur in sehr geringer Zahl vorliegenden Studien in diesem Bereich ist in einem Fall eine deutlich verminderte soziale Interaktionskompetenz für KVA zu verzeichnen (Calder & Kostyniuk, 1989). 62 KVA im Alter zwischen 6 und 16 Jahren hatten weniger sozial kompetentes Verhalten und weniger Erfolg in der Gestaltung von Beziehungen zu Peers zu verzeichnen als die Kinder einer Kontrollgruppe aus normalen Familien. Einige der KVA stuften ihre Fähigkeit, Beziehungen aufzunehmen und zu gestalten, als extrem gering ein. Diese fanden sich vermehrt in einer Studie zu KVA, die akut Behandlung suchten (Barnard & Spoentgen, 1986). Eine andere Gruppe von KVA ist durch die Überzeugung gekennzeichnet, enge Beziehungen besser als die meisten anderen Personen aufnehmen zu können. Diese fanden sich dementsprechend in der gleichen Studie in einer Gruppe, die keine Behandlung nachfragten.

Verhaltenskontrolle

Die meisten Studien zu KVA belegen Probleme im Bereich ausreichender Verhaltenskontrolle ("behavioral undercontrol"; vgl. Sher, 1991). Insbesondere stechen die Persönlichkeitsmerkmale Impulsivität, Aggressivität, Risikofreude und Sensationssuche hervor. Diese Ergebnisse wurden in jüngster Zeit durch die psychobiologischen Persönlichkeitsstudien von Cloninger (1987) gestützt. Dieser hat ein Modell vorgeschlagen, daß die Merkmale Belohnungsabhängigkeit ("reward dependence"), Spontaneität ("novelty seeking") und Risikovermeidung ("harm avoidance") in einen ätiologischen Zusammenhang mit Suchtentwicklung bringt. Auch wurden, wie Sher (1991a) berichtet, in den meisten Studien für KVA im Vergleich zu Non-KVA erhöhte Werte für Impulsivität gefunden. Für jüngere männliche KVA ließ sich außerdem eine stärkere Tendenz zu antisozialem Verhalten feststellen (Alterman et al., 1986).

Obwohl der mangelhaften Verhaltenskontrolle nach den dargestellten Ergebnissen eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung von Alkoholismus im familialen Kontext zukommt, sind einige differentielle Effekte erwähnenswert: So zeigten sich die geschilderten Effekte meist nur, wenn die Eltern neben Alkoholismus auch eine Störung der Verhaltenskontrolle aufwiesen (z.B. Impulsivitätsstörung, antisoziales Verhalten), so daß hier eher an die Transmission einer comorbiden Störung zu denken ist als an die Weitergabe von Alkoholismus alleine. Weiterhin bemerkenswert ist, daß innerhalb der Gruppe der KVA diejenigen -im Längsschnitt betrachtet - ein erhöhtes Risiko für eine eigene spätere Suchterkrankung aufweisen, die selbst als Kinder Probleme mit Verhaltenskontrolle hatten (Werner, 1986). In der ätiologischen Suchtforschung hat sich die mangelnde Verhaltenskontrolle per se als ein Risikofaktor erwiesen - gleichgültig ob die betreffenden Personen eine positive Familiengeschichte in Bezug auf Suchterkrankungen haben oder nicht.

Emotionalität

Es scheint außerdem eine generelle Tendenz zu bestehen, gehäuft negative affektive Zustände zu erleben, wenn eine Vulnerabilität für Suchterkrankungen vorliegt (z.B. für KVA als Risikokinder) und späterhin solche Störungen auftauchen. In persönlichkeitspsychologischen Untersuchungen ließen sich wiederholt höhere Neurotizismuswerte für KVA im Vergleich zu Kontrollpersonen feststellen (z.B. Finn & Pihl, 1987). Insbesondere in den Bereichen Ärgerverarbeitung und Ängstlichkeit unterschieden sich KVA von Non-KVA. Bennett et al. (1988) untersuchten 64 KVA und 80 Non-KVA im Alter von durchschnittlich 12 Jahren. Die KVA zeigten signifikant mehr emotionale Störungen, wobei die absoluten Werte in beiden Gruppen eher gering waren (1.2 vs. 0.6 auf einer vierstufigen Ratingskala). Die Autoren weisen ausdrücklich daraufhin, daß diese Unterschiede trotz der statistischen Signifikanz im klinisch normalen Rahmen liegen und daß die Kinder in beiden Gruppen insgesamt keine starken Auffälligkeiten zeigten. Zu beachten ist dabei jedoch, daß bei der Mehrzahl der KVA der Vater zwar abhängig war, zum Zeitpunkt der Befragung jedoch abstinent lebte, so daß sich Symptome auch rückgebildet haben könnten. Ein weiterer Hinweis auf die Heterogenität der KVA ist die im Gegensatz zu den Non-KVA höhere Standardabweichung der Meßwerte bei nahezu allen Ratings.

Die Resultate in diesen Bereichen bedürfen weiterer, insbesondere prospektiver Untersuchungen, um zu klären, ob KVA schon sehr früh in ihrem Leben, z.B. temperamentsbedingt, negative Emotionen erleben, oder ob diese negativen Emotionen ausschließlich Reaktionen auf ein ungünstiges und stresshaftes Familienklima darstellen. Die weiter oben erwähnten klinischen Studien unterstreichen zumindest die Bedeutung eines ungünstigen Familienklimas mit zahlreichen Stressoren, wie es auch in der Familienstreßtheorie (Schneewind, 1991) als prognostisch negativer Duldungsstreß konzeptualisiert wird.

Kognition, Intelligenz und Schulleistungen

Die Mehrzahl der bisher durchgeführten Untersuchungen fand keine Intelligenzunterschiede zwischen KVA und Non-KVA. Bei sprachlichen Fähigkeiten zeigen KVA konsistent schlechtere Werte als Kinder aus nicht suchtbelasteten Familien (Bennett et al., 1988). Eine Reihe einzelner Studien fand bei einigen Risikosubgruppen (z.B. KVA mit Alkoholembryopathie) Auffälligkeiten in Hinsicht auf verschiedene kognitive Leistungen (insbesondere Problemlösen, logisches und abstraktes Denken, Gedächtnis, Lernen, visumotorische Leistungsgeschwindigkeit, allgemein frontalhirngesteuerte kognitive Leistungen) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter (Alterman et al., 1986; Tarter et al., 1984).

Bei der Messung des Schulerfolgs für KVA (23 Mädchen mit einem Durchschnittsalter von 13.7 Jahren und 16 Jungen mit 14.4 Jahren) zeigte sich in einer empirischen Studie (Murphy et al., 1991), daß Mädchen aus suchtbelasteten Familien häufiger als Jungen herausragende Schulleistungen aufwiesen. Die Autoren kamen daher zu der Annahme, daß dies einen eher mädchenspezifischen Versuch zur Kompensation des familiären Stresses darstellt. Auch im Vergleich mit einer randomisierten Kontrollgruppe von Non-KVA zeigten sich die Mädchen aus suchtbelasteten Familien den Non-KVA-Mädchen in den Schulleistungen überlegen, während sich für die Jungen ein umgekehrtes Verhältnis ergab. Ein Vergleich der elternbezogenen Variablen mit den Leistungsdaten der Kinder erbrachte signifikante Korrelationen der Schulleistungen mit der Dauer des väterlichen Trinkens in Jahren (r = -.38) und der Gesamtzahl von stationären Krankenhausbehandlungen des Vaters (r = -.42).

 

DISKUSSION UND AUSBLICK

Die vorausgegangene Darstellung hat deutlich gemacht, daß Kinder in suchtbelasteten Familien einem erkennbar erhöhten Risiko unterliegen, selbst psychische Störungen im Kindesalter, insbesondere Verhaltensprobleme und emotionale Störungen (Depressionen und Angststörungen) sowie Suchterkrankungen in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter zu entwickeln. Allerdings sind die Verhältnisse dabei alles andere als einfach. Zahlreiche Moderatorvariablen wirken protektiv oder pathologisierend. Als prognostisch wichtig haben sich genetische Variablen (insbesondere für männliche KVA) bezüglich der Alkoholverträglichkeit und der subjektiven Reaktionen auf Alkohol, Umweltfaktoren bezüglich der Trinknormen und der Exposition in suchtbelasteten Familien sowie psychologische Variablen bezüglich der Persönlichkeit, Emotionalität und des Sozialverhaltens erwiesen. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch, daß nicht jedes belastete Risikokind eine ungünstige Entwicklung nehmen muß, sondern daß KVA eine erhebliche Binnenheterogenität aufweisen und nicht als homogene Gruppe betrachtet werden können. Als eine Quelle der Heterogenität kann die elterliche Comorbidität gelten, die einen bedeutsamen Einfluß auf die Unterschiede im Vergleich zwischen KVA und Non-KVA ausübt (Sher, 1991). Cloningers (1987) Modell der verschiedenen biopsychologischen Persönlichkeitsfaktoren liefert einen weiteren wichtigen differentialdiagnostischen Aspekt, insofern als die vielfach gefundene Heterogenität in Untersuchungen mit KVA aus den verschiedenen Ausprägungsformen dieser Persönlichkeitsfaktoren resultieren können.

 

Die Vielzahl der Einzelergebnisse liefert bislang jedoch ein wenig konsistentes Bild der Spezifität der Störungen der Kinder in suchtbelasteten Familien. Es ist daher davon auszugehen, daß hierfür neben der schon erwähnten Heterogenität der Gruppe der KVA methodische Probleme bei der Definition von Variablen, ihrer Messung und der Rekrutierung von Stichproben verantwortlich sind. Weitere differenzierte Längsschnittstudien sind wünschenswert, da retrospektive Datenerhebungen vielfachen Reliabilitäts- und Validitätsproblemen unterliegen. Nur solche ermöglichen ein adäquates Verständnis des komplexen biopsychosozialen Geschehens. Zu diesem Geschehen sind auch Gen-Umwelt-Korrelationen in Betracht zu ziehen. Dies bedeutet, daß Personen nicht einfach planlos Umwelten auswählen und gestalten, sondern daß Person-Umwelt-Interaktionen auch auf genetischen Anlagen beruhen. Kinder würden demnach entsprechend ihren genetischen Anlagen gezielt auf Umweltstimuli reagieren und bestimmte Umwelten gegenüber anderen vorziehen, so daß sich in der Folge spezifische Verhaltensstile und Persönlichkeiteigenschaften mit höherer Wahrscheinlichkeit entwickeln als bei Kindern mit anderen Anlagen (vgl. Searles & Alterman, 1994). Die Forschung bezüglich zu Kindern in suchtbelasteten Familien muß daher genauer herausfinden, welche aktiven Verhaltensanpassungen diese Kinder vor und infolge der familiären Streßsituationen wählen und wie sie dann späterhin in selbst selektierten Peer-Gruppen die gelernten Verhaltensnormen vor dem Hintergrund ihrer genetischen Anlagen (z.B. bezüglich Alkoholverträglichkeit) umsetzen.

Außerdem erweisen sich die meisten Symptome für Kinder aus Suchtfamilien als nicht spezifisch und kovariieren erheblich mit anderen Variablen. Auf vielen Ebenen ist mit differentiellen Effekten zu rechnen, so daß die möglichen Transmissionswege und die zu erwartenden Störungen als facettenreich und multidimensional zu bewerten sind. Dies ist eine Tatsache, der die meisten bisherigen Studien nicht ausreichend gerecht wurden. So wäre es z.B. dringend erforderlich zwischen väterlichem und mütterlichem Alkoholismus zu unterscheiden, die Abhängigkeit beider Elternteile und mehrerer Generationen sowie mehr oder weniger großer Teile der Verwandtschaft und der persönlichen Lebensumwelt zu berücksichtigen sowie kombinierte Abhängigkeitsformen (z.B. von Benzodiazepinen und Alkohol) miteinzubeziehen und verschiedene Formen von Alkoholismus zu unterscheiden. Es wäre dabei wünschenswert, sowohl die zahlreichen klinischen Erfahrungen als auch die subjektiven Theorien der betroffenen Kinder zum Problemverhalten der Eltern zukünftig stärker in prospektive Forschungsprogramme einzubringen.

Aufschlußreich für die Prävention kindlicher Verhaltensstörungen in Suchtfamilien ist insbesondere der Forschungsbereich der Resilienz. Damit ist jene Fähigkeit gemeint, trotz widriger Umstände psychische Gesundheit zu bewahren oder zu entwickeln. Durch eine Studie von Werner (1986) liegen differenzierte Ergebnisse zur Resilienz und protektiven Faktoren für Kinder in Suchtfamilien vor. Im einzelnen ergaben sich folgende individuell wichtige protektive Faktoren: Ein Temperament, das positive Aufmerksamkeit seitens der Umwelt hervorruft; durchschnittliche Intelligenz sowie mündliche und schriftliche Kommunikationsfähigkeit; stärkere allgemeine Leistungsorientierung; Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme; Positives Selbstwertgefühl; internale Kontrollüberzeugung; Glaube an Selbsthilfemöglichkeiten.

Als protektive Faktoren aus dem interaktionalen Bereich kommen hinzu: Viel Aufmerksamkeit seitens der Umwelt und keine längeren Trennungen während des Kleinkindalters; keine weiteren Geburten in den beiden ersten Lebensjahren; keine schweren elterlichen Konflikte bis zum zweiten Lebensjahr.

Manche der potentiell wichtigen Zusammenhänge sind noch unzureichend erforscht. Dazu zählen u.a. die häufige Koinzidenz von familialem Alkoholismus und familialer Gewalt. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, daß etwa jede dritte Gewalttat unter Alkoholeinfluß begangen wird (Klein, 1995), was für den Bereich der innerfamiliären Gewalt ein nicht zu unterschätzendes psychisches Deformationsrisiko der Kinder in sich birgt. Auch der Zusammenhang zwischen familialem Alkoholismus und Eßstörungen, insbesondere bei Töchtern, ist weiter aufzuhellen. Die zeitliche Stabilität kindlicher Verhaltensstörungen im Kontext suchtbelasteter Familien ist bislang ebenfalls kaum erforscht, obwohl es - wie Curran & Chassin (1996) meinen - Hinweise darauf gibt, daß kindliches Problemverhalten in diesen Kontexten über die Zeit hinweg sehr stabil bleibt. Auch die Weitergabe alkoholbezogener Störungen über mehrere Generationen (vertikale bzw. diagonale Transmission) oder über mehrere Verwandte der gleichen Generation (horizontale Transmission) ist ein ernsthaftes Risiko für Kinder in suchtbelasteten Familien. Zumindest scheint es Hinweise zu geben, daß mit der Zahl der alkoholabhängigen Verwandten auch das Störungsrisiko für Kinder zunimmt (vgl. Sher, 1991). Im Extremfall kann in größeren Sippen bzw. Verwandtschaftsbeziehungen übermäßiges Trinken zur Normalität und kontrolliertes Trinken und Abstinenz zum abweichenden Verhalten werden. In diesem Falle wird die familiale Konstruktion von Normalität für die Kinder der nachwachsenden Generation zum Imitations- und oft zum Erkrankungsrisiko.

Von entscheidender Wichtigkeit für die psychische Gesundheit des Kindes in der alkoholbelasteten Familie ist seine kognitive Verarbeitung, d.h. seine Wahrnehmung und Bewertung, der allgemeinen und insbesondere der alkoholspezifischen intrafamiliären Abläufe. Attribuiert es die Stimmungsschwankungen, Unberechenbarkeiten, Depressionen oder Gewalttätigkeiten des alkoholabhängigen Vaters oder die Ängste, Verzweifelungen, Selbstmordabsichten, gebrochenen Vorsätze und Versprechungen der medikamentenabhängigen Mutter etwa auf sich selbst? Diese Fragen gilt es in der näheren Zukunft zu beantworten, um gezielter Prävention und Frühintervention für das Kind in der suchbelasteten Familie anbieten und durchführen zu können. Bis dahin muß sich jedoch an der öffentlichen Meinung, daß Alkoholmißbrauch in der Familie eine reine Privatangelegenheit ist und mit den Kindern nichts zu tun hat, noch eine Menge ändern.

 

 

  

 Literaturverzeichnis

 

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